Russlands Menschenrechtsbeauftragte Tatjana Moskalkowa hat am Mittwoch im Parlament Vorwürfe gegen die Ukraine erhoben. Laut Moskalkowa wurde der Gefangenenaustausch zwischen beiden Ländern in den letzten Monaten gestoppt, da Kiew kontinuierlich neue Forderungen stelle. Sie betonte jedoch, dass die Menschenrechtsbeauftragten beider Länder weiterhin Kriegsgefangene der jeweils anderen Seite besuchen, um deren Rechte zu überwachen.
Details zu den genannten Forderungen der Ukraine nannte Moskalkowa nicht. Allerdings hatte Margarita Simonjan, Chefredakteurin des Staatssenders RT, zuvor eine Liste von 500 gefangenen ukrainischen Soldaten veröffentlicht. Simonjan behauptete, dass die Ukraine lediglich 38 Kämpfer des nationalistischen Asow-Regiments für einen Austausch ausgewählt und den Rest der Gefangenen abgelehnt hatte. Beweise für ihre Aussagen lieferte sie nicht.
Seit über zwei Jahren führt Russland einen Angriffskrieg gegen die Ukraine und kontrolliert derzeit rund ein Fünftel des ukrainischen Territoriums. Die genaue Anzahl der Kriegsgefangenen ist unbekannt, jedoch vermuten Beobachter, dass Russland deutlich mehr Gefangene gemacht hat als die Ukraine. Die jüngsten Vorwürfe aus Moskau zielen offenbar darauf ab, die politische Lage in Kiew weiter zu destabilisieren und den Druck auf den ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj zu erhöhen. Selenskyj hat mehrfach versprochen, alle gefangenen Soldaten zurückzuholen. Der letzte Austausch fand im Februar 2024 statt.