15. Juli, 2026

Politik

Rekordverdächtige Beteiligung: Europawahl zieht deutsche Wähler in Scharen an

Rekordverdächtige Beteiligung: Europawahl zieht deutsche Wähler in Scharen an

Die Beteiligung an der heutigen Europawahl in Deutschland könnte ein neues Allzeithoch seit der Wiedervereinigung erreichen. Hochrechnungen von 20:35 Uhr zufolge könnten zwischen 64,0 und 65,0 Prozent der Wahlberechtigten ihre Stimme abgegeben haben.

Zum Vergleich: Bei der ersten gesamtdeutschen EU-Wahl 1994 lag die Beteiligung noch bei 60,0 Prozent. In den darauffolgenden Jahren schwankte die Beteiligung stets zwischen 40 und 50 Prozent, was die heutige Prognose umso bemerkenswerter macht.

Ein Blick in die jüngere Vergangenheit zeigt, dass die bislang höchste Wahlbeteiligung seit der Wiedervereinigung bei der Europawahl 2019 erreicht wurde. Damals gaben 61,4 Prozent der Wahlberechtigten ihre Stimme ab und setzten damit ein starkes Signal.

Interessant zu bemerken ist, dass die höchste Wahlbeteiligung bei einer EU-Wahl in Deutschland überhaupt aus dem Jahr 1979 stammt, als in Westdeutschland 65,7 Prozent der Wähler an die Urnen gingen. Dieser vorläufige Spitzenwert könnte heute allerdings eingestellt oder sogar übertroffen werden.

Die Beteiligung bei Europawahlen blieb bisher stets hinter der bei Bundestagswahlen zurück. Bei letzteren lag die Teilnahmequote nie unter 70 Prozent, was die heute prognostizierte hohe Beteiligung bei der Europawahl in ein besonderes Licht rückt.