14. Juli, 2026

Politik

Rassemblement National strebt breitere Zusammenarbeit mit rechten Parteien an

Rassemblement National strebt breitere Zusammenarbeit mit rechten Parteien an

Nach ihrem erfolgreichen Abschneiden bei der Europawahl plant die rechtspopulistische Partei Rassemblement National (RN) in Frankreich, ihren Einfluss durch die Zusammenarbeit mit anderen rechten Kräften, einschließlich der rechtsextremen Partei Reconquête, auszubauen. Der RN-Vorsitzende Jordan Bardella signalisierte am Montagabend in Paris seine Bereitschaft, mit Persönlichkeiten außerhalb des RN zu kooperieren, die ähnliche politische Ambitionen teilen. Ziel sei es, bei den von Präsident Emmanuel Macron angekündigten Parlamentsneuwahlen die Regierung zu übernehmen und eine Koalition zur Lenkung des Landes zu bilden.

Bardella traf sich dazu am Montag mit Marion Maréchal, der Spitzenkandidatin von Reconquête für die Europawahl. Maréchal, die Nichte der RN-Galionsfigur Marine Le Pen, wechselte vor etwa zwei Jahren von RN zu Reconquête. Sie betonte die Notwendigkeit, eine möglichst breite rechte Mehrheit zu formen, um bei den bevorstehenden Wahlen erfolgreich zu sein. Bisher wurden allerdings noch keine formellen Vereinbarungen zwischen den Parteien getroffen.

Bei der Europawahl erzielte das RN beachtliche 31,36 Prozent der Stimmen, während Reconquête auf 5,47 Prozent kam. Le Pen kündigte an, erneut für einen Sitz in der Nationalversammlung kandidieren zu wollen und erklärte, dass Bardella als Ministerpräsident fungieren solle, sollte der RN die Regierung übernehmen. Maréchal unterstrich die Bedeutung der rund eine Million Reconquête-Wähler für den Erfolg des RN und sprach von einer konstruktiven Zusammenarbeit zwischen den beiden Parteien.

Ein Hindernis für diese rechte Einheitsfront könnte jedoch der Präsident von Reconquête, Éric Zemmour, darstellen, der in Konflikt mit dem RN steht. Es wird spekuliert, dass Maréchal möglicherweise zum RN zurückkehren könnte, um die Zusammenarbeit zu erleichtern.