Ein Bündnis aus Gesundheitsorganisationen ruft anlässlich des Weltnichtrauchertags zu drastischen Maßnahmen im Kampf gegen den Tabakkonsum auf. Der Schwerpunkt liegt auf einem Verkaufsverbot von Zigaretten in Supermärkten und Tankstellen sowie einem umfassenden Werbeverbot. Tabakprodukte und E-Zigaretten sollen ausschließlich in lizenzierten Fachgeschäften verfügbar sein, betonte Katrin Schaller vom Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ).
Parallel dazu fordern das DKFZ und das Aktionsbündnis Nichtrauchen in einem Brief an die Bundestagsabgeordneten der Ampel-Koalition härtere Maßnahmen, um die Raucherquote weiter zu senken. Der Bundesdrogenbeauftragte Burkhard Blienert unterstützte diese Forderungen und wies auf die schädlichen Effekte und die enormen Kosten hin, die der Tabak- und Nikotinkonsum der Volkswirtschaft verursacht.
Die erfreulichen Daten des Rückgangs jugendlicher Raucher können jedoch nicht darüber hinwegtäuschen, dass weiterhin jährlich etwa 127.000 Menschen an den Folgen des Tabakkonsums sterben. Besonders besorgniserregend sei auch der zunehmende Konsum von Einweg-E-Zigaretten unter Jugendlichen.
Blienert sprach sich zudem für ein Verbot von Einweg-E-Zigaretten und Einheitsverpackungen für Tabakprodukte aus, um Nikotinprodukte unattraktiver zu machen. Ziel ist es, jegliche Markenerkennung zu beseitigen und jegliche Form von Produktwerbung weiter zu unterbinden.
Die Tabakindustrie zeigt sich hingegen skeptisch. Jan Mücke vom Bundesverband der Tabakwirtschaft und neuartiger Erzeugnisse (BVTE) argumentiert, dass bereits genügend Restriktionen bestehen und bezweifelt, dass noch strengere Maßnahmen einen signifikanten Effekt auf die Raucherquote haben werden.