Bundeskanzler Olaf Scholz zeigt sich unbeeindruckt von den schlechten Umfrageergebnissen und den jüngsten Wahlschlappen seiner Partei. Mit einem festen Glauben an ein starkes Mandat der SPD bei der Bundestagswahl 2025 betont er seine Entschlossenheit, erneut zu kandidieren. „Regieren wird nicht einfacher, also sollten wir es machen“, erklärt Scholz und hebt seine Ausdauer hervor, die er auch aus seiner Leidenschaft fürs Laufen bezieht.
Die aktuelle politische Stimmung erscheint jedoch wenig rosig: Die Ampel-Koalition hat laut einer neuen Insa-Umfrage an Zustimmung verloren und kommt auf nur noch 29 Prozent. Die SPD erreicht dabei nur 15 Prozent, die Grünen 10 Prozent und die FDP kämpft mit mageren 4 Prozent um den Verbleib im Bundestag. Die generelle Unzufriedenheit mit der Regierungsarbeit steigt. 74 Prozent der Befragten sind mit der Ampel-Koalition nicht zufrieden, ganze 70 Prozent kritisieren die Arbeit von Scholz direkt.
Der Kanzler betont allerdings, dass Umfragen für ihn nie ein Maßstab seien, um Politik zu betreiben. Er verweist auf seinen bisherigen politischen Werdegang, in dem er trotz negativer Umfragen einige Wahlen gewinnen konnte. Verteidigungsminister Boris Pistorius steht ebenfalls hinter Scholz' erneuter Kandidatur und versichert, dass Scholz ein kluger und besonnener Politiker ist, der auch die nächste Kanzlerkandidatur der SPD anführen sollte.
Im Hinblick auf die Landtagswahl in Brandenburg am 22. September wird es für die SPD ernst. Seit 1990 stellt die Partei dort kontinuierlich die Ministerpräsidenten, ein Verlust dieser Position könnte den Druck auf Scholz weiter erhöhen. Derzeit liegt die SPD in den Umfragen hinter der AfD.
Scholz selbst äußert Kritik am öffentlichen Auftreten seiner Regierung und räumt ein, dass viele Entscheidungen von heftigen öffentlichen Diskussionen begleitet wurden. Dennoch ist er überzeugt, dass viele der gefassten Beschlüsse richtungsweisend sind und die Ampel-Koalition die gesamte Legislaturperiode überdauern wird.