Bundeskanzler Olaf Scholz betonte entschieden die Notwendigkeit, die Verantwortlichen für den Anschlag auf die Nord-Stream-Gaspipelines zur Rechenschaft zu ziehen. Während eines Bürgerdialogs in Prenzlau, Brandenburg, bezeichnete der SPD-Politiker die Tat als „terroristischen Akt“.
Scholz machte unmissverständlich klar, dass alle Sicherheitsbehörden sowie der Generalbundesanwalt aufgefordert seien, ohne Rücksichtnahme umfassend zu ermitteln. „Da wird nichts vertuscht, das soll genau klar sein“, betonte er und versprach, die Täter vor einem deutschen Gericht zur Verantwortung zu ziehen. „Da können Sie sich drauf verlassen, und da werden wir auch kein Pardon geben.“
Im Herbst 2022 waren die Gasleitungen von Russland nach Deutschland Ziel einer Sprengung geworden. Mitte August wurde bekannt, dass der Generalbundesanwalt nach einem Ukrainer fahndet, der nach Polen geflüchtet sein soll und sich nun in der Ukraine aufhält. Bisher konnte dieser nicht gefasst werden.
Der Kanzler erinnerte daran, dass zum Zeitpunkt des Anschlags Russland die Erdgaslieferungen bereits eingestellt hatte. „Das Gas war weg, weil Putin nicht mehr geliefert hat. Und alles andere ist eine Lüge, und zwar eine richtige, fette, dicke Lüge, auf die man nicht reinfallen sollte,“ erklärte Scholz nachdrücklich.
Die Kosten für den Ersatz der russischen Erdgaslieferungen durch alternative Quellen wie Flüssiggas und die finanzielle Unterstützung für Bürger und Betriebe taxierte Scholz auf „weit über 100 Milliarden Euro“. Diese Mittel seien notwendig gewesen, um die Gaspreise zu subventionieren und so sicherzustellen, dass sowohl die Bevölkerung als auch Unternehmen weiterhin zahlungsfähig blieben und Insolvenzen vermieden werden konnten.