Karl-Josef Laumann, stellvertretender CDU-Bundesvorsitzender und Vorsitzender der Christlich-Demokratischen Arbeitnehmerschaft (CDA), plädiert für eine erweiterte Steuerfinanzierung der gesetzlichen Renten-, Pflege- und Krankenversicherung. Er sieht es als unrealistisch an, den Sozialversicherungsbeitrag dauerhaft bei 40 Prozent des Lohnes zu halten, sollte das derzeitige Finanzierungssystem bestehen bleiben. In diesem Zusammenhang stellte Laumann gegenüber der 'Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung' die Frage, ob das gesamte System weiterhin primär über den Faktor Arbeit finanziert werden soll.
Zunächst schlägt Laumann vor, gesamtstaatliche Leistungen wie die Gesundheitsversorgung von Bürgergeld-Empfängern oder die Ausbildung von Pflegekräften durch Steuergelder zu kompensieren. In einem weiteren Schritt sollten zusätzliche Finanzquellen erschlossen werden. Der Sozialpolitiker betonte den Unterschied in den Belastungswirkungen von Sozialversicherungsbeiträgen und Steuern und erklärte, dass die Auswirkungen auf niedrige Einkommen besonders berücksichtigt werden müssten.
Im Bereich der Pflege betonte Laumann die signifikanten Preissteigerungen der vergangenen Jahre, die zur Entwertung der Pflegeversicherung geführt hätten. Er fordert, dass die Pflegeversicherung die pflegebedingten Kosten größtenteils übernehmen solle und kündigte an, sich dafür stark zu machen, dass diese Punkte ins Wahlprogramm der CDU aufgenommen werden. Laumann betonte, dass die Pflegeversicherung eine der größten sozialpolitischen Errungenschaften der letzten Jahrzehnte sei und als solche weiterentwickelt werden müsste.