Abgeschlossen wurde das mehrmonatige Manöver Quadriga 2024 der Bundeswehr in Litauen mit einer klaren Botschaft: Die Entschlossenheit zur Abschreckung und Verteidigung im Nato-Bündnis wurde eindrucksvoll unter Beweis gestellt. Generalinspekteur Carsten Breuer, ranghöchster Offizier der Bundeswehr, unterstrich dabei die Bedeutung der Übung als kollektive Antwort auf die Bedrohung aus Russland: „Quadriga ist unser Teil, ist unsere kollektive Antwort auf die dramatisch anwachsende Bedrohung aus Russland“, so Breuer auf dem Truppenübungsplatz Pabrade.
Das Manöver, das mit einer großangelegten Verlegung über Seewege, Bahntransporte und Straßenkonvois begann, demonstrierte die Verteidigungsbereitschaft und die Fähigkeit zur Kooperation innerhalb der Nato eindrucksvoll. Auf dem Übungsgelände, nur 15 Kilometer von der Nato-Ostflanke zu Belarus entfernt, schloss die Bundeswehr in enger Zusammenarbeit mit internationalen Partnern Übungen zum Zurückschlagen von Angreifern sowie das Überwinden von Minensperren ab.
Besonders hervorgehoben wurde die erstmalige Alarmierung aller Truppenteile der 10. Panzerdivision, die in simulierten Phasen von Frieden, Krise und Krieg ihre Kriegstüchtigkeit unter Beweis stellten. „Wir haben gezeigt, dass wir uns verteidigen und verteidigen werden“, sagte Breuer. Die Bundeswehr setzt sich dabei das ehrgeizige Ziel, bis 2029 vollständig verteidigungsbereit zu sein.
Die Übung Quadriga 2024 ist Teil des übergeordneten Nato-Manövers „Steadfast Defender“, das die kollektive Verteidigungsbereitschaft der Allianz stärken soll. Litauens Armeechef Valdemaras Rupsys lobte die Veranstaltung als „bemerkenswerten Monat voller Übungen, Training und Austausch“.
Bei der langfristigen Planung sieht sich Deutschland bestärkt: Die Bundesregierung hat zugesagt, einen einsatzbereiten Kampfverband bis 2027 fest in Litauen zu stationieren, bestehend aus etwa 4800 Soldaten und rund 200 zivilen Bundeswehrangehörigen. Die vorbereitenden Bauarbeiten, wie die Errichtung von Kasernen und Übungsgeländen, sind bereits weit fortgeschritten. Litauens Oberst Rimantas Jarmalavicius zeigte sich zuversichtlich, dass alle Fristen eingehalten werden können, und berichtete von weitreichenden infrastrukturellen Maßnahmen, die bereits getroffen wurden.
Auch die Bedrohung aus Russland sieht man realistisch: „Unsere Analysten sagen, die russischen Streitkräfte brauchen fünf bis acht Jahre, um zu einem Angriff auf Nato-Gebiet befähigt zu sein“, so Breuer. Diese Einschätzung definiert den zeitlichen Rahmen für die Bundeswehr, um bis 2029 vollständig verteidigungsbereit zu sein.