Die Analysten von Goldman Sachs empfehlen Anlegern, sich weiterhin auf Gold zu konzentrieren. Trotz eines leichten Rückgangs von seinem Allzeithoch notiert das Edelmetall aktuell bei über 2.515 US-Dollar pro Unze und hat seit Jahresbeginn eine Wertsteigerung von fast 22 % verzeichnet. Damit behauptet es sich als weltweit zweitbestes Asset nach Kryptowährungen.
Goldman Sachs sieht Gold weiterhin als bevorzugte Absicherung gegen geopolitische und finanzielle Risiken, unterstützt durch bevorstehende Zinssenkungen der US-Notenbank und den anhaltenden Käufen von Zentralbanken in Schwellenländern. Das Investmenthaus setzt ein Kursziel von 2.700 US-Dollar pro Unze für 2025 und empfiehlt, auf längere Sicht in Gold zu investieren.
Zentralbankkäufe, die im ersten Quartal 2024 einen Rekordwert erreichten, sind einer der Haupttreiber für den jüngsten Anstieg des Edelmetalls. Analysten der Bank of America schätzen, dass Gold nun den Euro überholt hat und weltweit den zweitgrößten Reservewert nach dem US-Dollar bildet.
Zusätzliche Auftrieb erhielt der Goldpreis durch geopolitische Ereignisse wie den Israel-Hamas-Konflikt und den Krieg in der Ukraine, sowie Signale der Federal Reserve über eine mögliche Zinssenkung im September angesichts eines sich abkühlenden Arbeitsmarktes.
"Wir sehen, dass Gold als Hedge gegen Unsicherheit genutzt wird," sagte Tom Bruni, Leiter der Marktanalyse bei StockTwits, in einer jüngsten Episode von "Stocks in Translation".
Physisch gedeckte Gold-ETFs verzeichnen seit drei Monaten in Folge Zuflüsse, wobei Westliche Investoren, besonders in Nordamerika, im Juli die größte Aktivität zeigten, so die neuesten Daten des World Gold Council.
Kurzfristig fragen sich Händler, ob Gold dem historisch negativen Trend in diesem Monat erliegen wird. Laut Bloomberg-Daten hat das gelbe Metall seit 2017 jeden September an Wert verloren.
Analysten erwarten den nächsten Impuls für den Goldpreis, wenn sich die Federal Reserve diesen Monat trifft, nachdem neue Arbeitsmarktdaten und ein entscheidender monatlicher Jobbericht am Freitag veröffentlicht werden.
"Goldpreise schweben weiterhin um die 2.500 US-Dollar pro Unze, wobei der Fokus hauptsächlich auf dem Ausmaß der erwarteten Zinssenkung der Fed später in diesem Monat liegt," schrieben Analysten von JPMorgan in einem Hinweis am Dienstag.
Derzeit preisen Händler eine 31%ige Wahrscheinlichkeit für eine Zinssenkung um 50 Basispunkte anstelle von 25 Punkten ein, laut dem FedWatch Tool der CME.