11. September, 2026

Quartalszahlen

Fraport: Trotz leichtem Passagierrückgang neue Tagesrekorde in Frankfurt

Am größten deutschen Flughafen gingen im August 0,3 Prozent weniger Fluggäste ab als im Vorjahr, gleichzeitig markierte der Monat die beiden verkehrsreichsten Tage des Jahres. International wächst der Fraport-Konzern deutlich kräftiger.

Fraport: Trotz leichtem Passagierrückgang neue Tagesrekorde in Frankfurt
Fraports internationale Beteiligungsflughäfen wachsen kräftig und gleichen die Schwäche in Frankfurt aus.

Der Ferienmonat August bringt trotz leichtem Minus neue Tagesrekorde

Der Frankfurter Flughafen war im Ferienmonat August etwas weniger frequentiert als im Vorjahreszeitraum. Im vergangenen Monat flogen 6,3 Millionen Passagiere vom Flughafen ab, teilte die Betreibergesellschaft Fraport am Freitag mit, ein Rückgang von 0,3 Prozent gegenüber August 2025. Dennoch markierte der aktuelle Monatswert den Angaben zufolge einen neuen Höchstwert im laufenden Jahr, und die bislang beiden stärksten Tageswerte des Jahres lagen ebenfalls im August. An diesen Tagen nutzten mehr als 200.000 Passagiere das Drehkreuz für ihre Flugreisen.

Dieser scheinbare Widerspruch, ein leichtes Monatsminus bei gleichzeitigen Tagesrekorden, zeigt, wie unregelmäßig sich der Reiseverkehr inzwischen über den Ferienmonat verteilt, mit einzelnen extrem stark ausgelasteten Spitzentagen, die von insgesamt etwas schwächeren Tagen im Monatsdurchschnitt umrahmt werden.

Das Frachtgeschäft wächst während Frankfurt beim Passagieraufkommen schwächelt

Während die Passagierzahlen leicht nachgaben, entwickelte sich das Frachtgeschäft am Frankfurter Flughafen positiv. Die Menge transportierter Fracht stieg im August um 2,9 Prozent auf 179.400 Tonnen. Auch bei den operativen Kennzahlen zeigte sich ein gemischtes Bild, die Zahl der Flugbewegungen ging um 4,6 Prozent zurück, die Höchststartgewichte gaben um 1,6 Prozent nach, ein Hinweis darauf, dass tendenziell größere Flugzeuge mit höherer Auslastung eingesetzt wurden, statt die Zahl der Starts und Landungen weiter zu steigern.

Die internationalen Beteiligungsflughäfen retten die Konzernbilanz

Auf internationaler Ebene verzeichneten die meisten von Fraport gemanagten Standorte deutliches Wachstum. Allen voran stieg das Aufkommen am Flughafen Ljubljana zweistellig um 19,3 Prozent auf gut 222.000 Reisende. Auch die 14 griechischen Regionalflughäfen legten um 5,1 Prozent zu, die Standorte in Peru und Brasilien jeweils um 4,9 Prozent sowie die bulgarischen Twin-Star-Flughäfen um 2,1 Prozent. Lediglich der türkische Flughafen Antalya verzeichnete mit einem Rückgang von 0,9 Prozent auf 5,9 Millionen Fluggäste eine ähnliche Entwicklung wie der Heimatstandort Frankfurt.

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Dank dieser starken Auslandsstandorte stieg das globale Gesamtaufkommen des Fraport-Konzerns insgesamt um 2,1 Prozent auf rund 24,1 Millionen Passagiere, deutlich stärker als die Entwicklung am Frankfurter Heimatstandort allein. Für Fraport bestätigt sich damit ein Muster, das sich bereits in den vergangenen Monaten abgezeichnet hatte, die internationalen Beteiligungsflughäfen kompensieren die Schwäche in Deutschland zunehmend.

Bereits im Juni musste Fraport seine Passagierziele für Frankfurt kappen

Die aktuelle Entwicklung reiht sich in einen bereits länger anhaltenden Trend ein. Bereits im Juni hatte der Flughafen Frankfurt einen Rückgang des Passagieraufkommens um 1,7 Prozent auf rund 5,7 Millionen Fluggäste verzeichnet, woraufhin Fraport seine Passagiererwartungen für den Heimatstandort für das Gesamtjahr senkte, die Finanzziele für den Gesamtkonzern aber gleichzeitig bestätigte. Konzernchef Stefan Schulte erklärte damals, die zum Jahresanfang gesteckten finanziellen Ziele sehe man weiterhin als erreichbar an und halte am Finanzausblick für 2026 fest, wobei sich der leicht schwächere Verkehr in Deutschland dämpfend auf die Ergebnisentwicklung im Gesamtjahr auswirken werde.

Im ersten Halbjahr insgesamt war das Verkehrsaufkommen an sämtlichen Fraport-Flughäfen dennoch um 1,0 Prozent auf 77,7 Millionen Fluggäste gestiegen, konzernweit peilt Fraport für das Gesamtjahr weiterhin bis zu rund 195 Millionen Passagiere an.

Ein neues Terminal wird zum kritischen Kostenfaktor für Skeptiker

Nicht alle Marktbeobachter teilen den Optimismus des Managements. Das Analysehaus mwb research bekräftigte zuletzt seine Verkaufen-Empfehlung mit einem Kursziel von 62 Euro und begründete dies damit, dass die schwachen Passagierzahlen des ersten Halbjahres die Jahresziele zunehmend gefährdet erscheinen ließen, insbesondere angesichts der Fixkostenbelastung durch das neu eröffnete Terminal 3. Ein zusätzliches Terminal verursacht unabhängig von der tatsächlichen Auslastung erhebliche laufende Kosten, ein Umstand, der bei stagnierenden oder rückläufigen Passagierzahlen am Heimatstandort besonders schwer wiegt.

Das Management hält trotz gemischter Signale an seinen Finanzzielen fest

Für das Gesamtjahr 2026 rechnet Fraport weiterhin mit einem Konzernumsatzwachstum im mittleren bis hohen einstelligen Prozentbereich, einem Anstieg des Ebitda gegenüber dem Vorjahr sowie einem klaren Zuwachs beim Nettogewinn, getragen insbesondere vom steigenden Ergebnisbeitrag der internationalen Beteiligungsflughäfen sowie einem weiterhin robusten Verkehrsniveau am Standort Frankfurt.

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Die aktuellen August-Zahlen liefern für diese Prognose ein zweigeteiltes Bild, solide internationale Wachstumsraten stehen einer anhaltenden Stagnation in Frankfurt gegenüber, wo selbst neue Tagesrekorde bislang nicht ausreichen, um den Gesamtmonat ins Plus zu drehen. Ob sich diese Konstellation bis zum Jahresende zugunsten des Konzerns auflöst, dürfte maßgeblich davon abhängen, wie sich die Fixkosten aus dem neuen Terminal 3 mit der tatsächlichen Nachfrageentwicklung am Frankfurter Heimatstandort in den kommenden Monaten verrechnen.