28. Juli, 2026

Politik

EVP triumphiert bei Europawahl: Ursula von der Leyen auf Kurs für zweite Amtszeit

EVP triumphiert bei Europawahl: Ursula von der Leyen auf Kurs für zweite Amtszeit

Eine aktuelle Hochrechnung bestätigt den Erfolg des Mitte-Rechts-Bündnisses EVP bei der jüngsten Europawahl. Die Spitzenkandidatin und CDU-Politikerin Ursula von der Leyen kann angesichts dessen auf eine zweite Amtszeit als Präsidentin der EU-Kommission hoffen. Laut den veröffentlichten Zahlen des Europäischen Parlaments steigerte die EVP ihre Sitzzahl von 176 auf 189 und bleibt damit deutlich vor anderen politischen Lagern.

Trotz gestiegener Zugewinne rechter Parteien wie der AfD bleibt das proeuropäische Lager die dominante Kraft. Selbst wenn sich sämtliche rechte Parteien zusammenschließen, würden sie weniger als 200 Sitze erreichen und somit weit von einer Mehrheit entfernt bleiben. Die für eine Mehrheit notwendigen 361 Sitze rücken damit in weite Ferne.

Die Sozialdemokraten behaupten sich als zweitstärkste Kraft hinter der EVP, auch wenn ihre Sitzanzahl leicht von 139 auf 135 gesunken ist. Die Liberalen erlebten einen deutlichen Rückgang von 102 auf 80 Sitze. Die rechtspopulistischen Parteienbündnisse EKR und ID konnten hingegen Zugewinne verzeichnen: EKR auf 72 Sitze und ID auf 58 Sitze. Die AfD bleibt fraktionslos aufgrund ihres Ausschlusses aus der ID-Fraktion, bedingt durch kontroverse Äußerungen ihres Spitzenkandidaten Maximilian Krah und einer China-Spionageaffäre.

Verluste mussten auch die Grünen hinnehmen. Sie erreichen nur noch 52 Sitze im Vergleich zu zuvor 71.

Für die künftige Mehrheitssicherung plant die EVP Gespräche mit den Sozialdemokraten, Liberalen und Grünen. Erste positive Signale hierzu kamen bereits von Vertreterinnen und Vertretern dieser Parteien. Theoretisch bestehen auch Kooperationsmöglichkeiten mit rechten Parteien, wie eine mögliche Zusammenarbeit mit der italienischen Ministerpräsidentin Giorgia Meloni zeigt.

Marine Le Pen, Chefin der französischen rechtsnationalen Rassemblement National, warb kürzlich bei Meloni für eine neue Allianz innerhalb der rechten Lager, was die künftigen Machtverhältnisse im Parlament ein weiterer Unsicherheitsfaktor machen könnte. Entscheidend bleibt aber ebenfalls die politische Entwicklung im Rat der EU-Staaten und bei der Präsidentschaftswahl 2027 in Frankreich.

Eine höhere Wahlbeteiligung von rund 51 Prozent, eine leichte Steigerung im Vergleich zu den 50,66 Prozent im Jahr 2019, zeigt zunehmendes Interesse der Bürgerinnen und Bürger an der einzigen direkt gewählten Institution der EU.