19. Juli, 2026

Politik

Europawahl: Jugendliche wollen wählen, fühlen sich aber schlecht informiert

Europawahl: Jugendliche wollen wählen, fühlen sich aber schlecht informiert

Eine aktuelle Studie offenbart ein gravierendes Informationsdefizit unter deutschen Jungwählern im Hinblick auf die Europawahl. Obwohl eine Mehrheit der 16- bis 23-Jährigen ihre Wahlbereitschaft bekundet, mangelt es an Verständnis für die Rolle und die Bedeutung des Europaparlamentes. In der von F&P Marketingforschung durchgeführten Erhebung, im Rahmen deren 1000 junge Personen befragt wurden, zeigte sich, dass 67 Prozent der Befragten die Absicht haben, an der Wahl am 9. Juni teilzunehmen. Dieser Einsatzbereitschaft steht jedoch gegenüber, dass lediglich 18 Prozent der Jungwähler angeben, sich über die Kompetenzen und Aufgaben des Europaparlaments gut informiert zu fühlen.

Dietmar Kress, Bildungsexperte bei Greenpeace, hebt hervor, dass die rund fünf Millionen Wahlneulinge in Deutschland zwar ein starkes Interesse an der politischen Teilhabe zeigen, jedoch nach mehr Aufklärung über das EU-Parlament verlangen. Er appelliert an die Lehrerschaft, die Zeit bis zur Wahl zu nutzen, um den jungen Erstwählern die von ihnen gewünschte Aufklärung zukommen zu lassen. Mit der diesjährigen Senkung des Wahlalters auf 16 Jahre bekommen junge Deutsche erstmals früher die Gelegenheit, bei der Europawahl ihre Stimme abzugeben, ein Schritt, der die Wahlbeteiligung theoretisch erhöhen könnte. Laut Statistischem Bundesamt sind nun insgesamt ca. 64,9 Millionen Bürger in Deutschland wahlberechtigt.