Die Aktie von Dollar General verlor am Donnerstag satte 28%, nachdem der Discounter seine Jahresprognose senkte und auf eine finanziell angeschlagene Kundschaft verwies. Dieser Einbruch markiert den stärksten Rückgang in der Geschichte des Unternehmens.
Für das Geschäftsjahr 2024 rechnet Dollar General nun mit einem Wachstum der Umsätze auf vergleichbarer Fläche von nur noch 1% bis 1,6%, statt der zuvor prognostizierten Spanne von 2% bis 2,7%. Laut CEO Todd Vasos sei die finanzielle Belastung der unteren Einkommensschichten besonders deutlich spürbar. "Die letzte Woche jedes Monats war bei weitem die schwächste, da die Kunden vermehrt essentielle Waren bevorzugt haben, die weiterhin für einen Dollar oder weniger erhältlich sind," erklärte Vasos in einer Telefonkonferenz mit Analysten.
Weniger gefragte Produkte waren hingegen saisonale Artikel, Haushaltswaren und Kleidung. Diese Entwicklung, so Vasos, deutet auf einen noch stärker finanziell belasteten Verbraucher hin als im ersten Quartal.
Auch die Aktien des Mitbewerbers Dollar Tree erlitten einen Verlust von über 9%, da das Unternehmen nächste Woche seine Quartalsergebnisse vorlegen wird. Dollar General befindet sich derzeit unter der Leitung von Vasos in einem „Back to Basics“-Verbesserungsplan, den er seit seiner Rückkehr im letzten Jahr steuert.
Dennoch wird die Geduld der Wall Street mit dem Geschäftsmodell der Dollar-Läden angesichts der Marktdominanz von Einzelhandelsriesen wie Walmart zunehmend strapaziert. Am Donnerstag senkte CFRA Research Senior Equity Analyst Arun Sundaram seine Bewertung von Dollar General von Kaufen auf Halten. Sundaram argumentierte, dass Dollar-Läden ihren Reiz in Bezug auf Preis-Leistungs-Verhältnis und Bequemlichkeit verloren hätten, da andere Einzelhändler wie Walmart ihre Omnichannel-Angebote erweiterten und mehr Möglichkeiten hätten, die Preise niedrig zu halten.
Dollar General wird wohl mehr in Filialerneuerungen, Preissenkungen, Bestandsabschreibungen und Lohnerhöhungen investieren müssen, was die Margen weiter belasten könnte. Das Unternehmen meldete einen Rückgang der Bruttomarge auf 30% des Nettoumsatzes, verglichen mit 31,1% im Vorjahr. Dieser Rückgang sei unter anderem auf vermehrte Abschreibungen, erhöhte Bestandsverluste und einem höheren Anteil des Umsatzes aus konsumierbaren Gütern zurückzuführen.
Die bereinigten Gewinne je Aktie lagen mit 1,70 US-Dollar unter den Erwartungen von 1,79 US-Dollar bei einem Umsatz von 10,21 Milliarden US-Dollar, was ebenfalls unter den Konsenserwartungen von 10,36 Milliarden US-Dollar lag. Die Aktie von Dollar General ist in diesem Jahr um mehr als 30% gefallen.