In der Auseinandersetzung um die Israel-Kritik bei den jüngsten Demonstrationen werden nach Aussagen von Experten oft die Grenzen zum Antisemitismus überschritten. Kritische Stimmen bemängeln, dass bei vielerorts stattfindenden Protesten die besorgniserregende Lage der immer noch in Gefangenschaft der Hamas befindlichen Geiseln zu selten thematisiert wird. Die Terrororganisation Hamas, die für zahlreiche Gewalttaten verantwortlich gemacht wird, muss nach allgemeinem Konsens die vollständige Aufgabe ihrer Positionen und die Freilassung der Geiseln vornehmen. Die verhärteten Fronten, welche unter anderem durch die Forderung der Hamas nach einem vollständigen Abzug Israels aus dem Gazastreifen verstärkt werden, tragen zu der katastrophalen Lage vieler palästinensischer Zivilisten bei.
Diese tragische Situation wird auch am Schicksal von Shani Louk deutlich, deren Gedenkfeier von tiefer Trauer geprägt war. Die Lehre aus der derzeitigen Lage ist unmissverständlich: Wer Intoleranz und Hetze propagiert, kann keinesfalls mit Nachsicht oder Toleranz auf der Gegenseite rechnen. Dies zeugt von einem tiefgreifenden Dilemma in den internationalen Beziehungen und steht symbolisch für die vielen ungelösten Konflikte im Nahen Osten.