Die Kurse deutscher Staatsanleihen haben am Donnerstag eine leichte Abwärtsbewegung verzeichnet. Eine unerwartet starke Verringerung der Inflationsrate in führenden Euro-Staaten führte zunächst zu einer verstärkten Spekulation auf weiter sinkende Zinsen, was den Bundesanleihen jedoch nur kurzzeitig Auftrieb verschaffen konnte.
Der wegweisende Terminkontrakt Euro-Bund-Future sank am späten Nachmittag um 0,07 Prozent auf 133,90 Punkte. Zeitgleich betrug die Rendite zehnjähriger Bundesanleihen 2,28 Prozent. Zwischenzeitlich zogen die Kurse der Bundesanleihen deutlich an, nachdem die Inflationsrate in Deutschland und Spanien im August unerwartet stark gesunken ist. Konkret fiel die Inflationsrate in Deutschland auf 1,9 Prozent, den tiefsten Stand seit mehr als drei Jahren, was Spekulationen über eine mögliche Zinssenkung durch die Europäische Zentralbank im September befeuerte.
Am Nachmittag kehrte sich die Marktdynamik jedoch um. Positive Konjunkturdaten aus den USA, die ein stärker als erwartetes Wachstum der US-Wirtschaft im zweiten Quartal zeigten, sorgten für eine allgemein freundliche Stimmung an den Börsen. Dies veranlasste Anleger, eher festverzinsliche Wertpapiere zu meiden und sich anderen Investitionsmöglichkeiten zuzuwenden.