03. Juli, 2026

Märkte

Deutsche Staatsanleihen steigen nach schwachen Industriedaten

Deutsche Staatsanleihen steigen nach schwachen Industriedaten

Die Kurse deutscher Staatsanleihen erlebten am Freitag einen leichten Anstieg, nachdem enttäuschende Industriedaten veröffentlicht wurden. Konkret stieg der richtungsweisende Euro-Bund-Future am Vormittag um 0,18 Prozent auf 135,01 Punkte an. Zeitgleich betrug die Rendite zehnjähriger Bundesanleihen 2,17 Prozent.

Die schwachen Zahlen aus der deutschen Industrie stützten die Wertentwicklung festverzinslicher Wertpapiere. Die Gesamtproduktion fiel im Juli im Vergleich zum Vormonat um signifikante 2,4 Prozent. Experten hatten lediglich einen moderaten Rückgang von 0,5 Prozent prognostiziert. "Da die jüngsten Stimmungsindikatoren ebenfalls eine schnelle wirtschaftliche Erholung unwahrscheinlich machen, steigt das Risiko, dass die deutsche Wirtschaft auch im dritten Quartal leicht schrumpft", analysierte Ralph Solveen, Volkswirt bei der Commerzbank. Auch der positive Anstieg der Exporte im Juli ändere wenig an dieser Gesamtbewertung. "Der Trend zeigt hier ebenfalls eher nach unten", fügte Solveen hinzu.

Im Fokus der Finanzmärkte steht nun der am Nachmittag erwartete US-Arbeitsmarktbericht für den Monat August. Experten prognostizieren einen Aufbau von 165.000 neuen Arbeitsplätzen. Diese Zahlen könnten relevante Hinweise auf die künftige geldpolitische Strategie der US-Notenbank Federal Reserve liefern. Für den September rechnen Marktbeobachter mit einer Zinssenkung, deren Umfang jedoch noch unklar ist. "Ein mittelmäßiger Zahlenwert wäre ideal; ein zu schwacher Wert würde Konjunktursorgen schüren, während ein zu starker Wert zu kräftig steigenden Renditen führen könnte", schrieben Analysten der Dekabank.