Die deutsch-französische Achse, einst Motor der europäischen Integration, zeigt Ermüdungserscheinungen unter der Führung von Emmanuel Macron und Olaf Scholz. Die beiden Staatsoberhäupter, die eher als Rivalen denn als Verbündete agieren, stehen vor der Herausforderung, ihre Unterschiede in Stärken umzuwandeln. Anlässlich des Ministertreffens am Dienstag bietet sich eine Gelegenheit zur Annäherung und zur Verstärkung der Unterstützung für die Ukraine. Frankreichs Zurückhaltung gegenüber der deutschen Initiative für das Luftverteidigungssystem European Sky Shield, dem sich bereits 21 europäische Länder angeschlossen haben, muss revidiert werden. Ebenso sollte sich Deutschland aktiv mit dem französischen Vorschlag auseinandersetzen, die nuklearen Fähigkeiten Frankreichs in die europäische Abschreckungsstrategie zu integrieren. Ein Schulterschluss der beiden Volkswirtschaften wäre wegweisend für ein geeintes, sicherheitspolitisches Auftreten Europas auf der internationalen Bühne.
Politik
Deutsch-französische Beziehungsprobe: Einigkeit bei Verteidigungspolitik gesucht