22. Juli, 2026

Politik

CDU und CSU gewinnen Europawahl in Deutschland klar - AfD stärkste Konkurrenz

CDU und CSU gewinnen Europawahl in Deutschland klar - AfD stärkste Konkurrenz

Die Europawahl in Deutschland bescherte den konservativen Parteien CDU und CSU einen deutlichen Sieg. Laut Hochrechnungen von ARD und ZDF erzielte die Union zwischen 29,6 und 30 Prozent der Stimmen, was einer leichten Steigerung gegenüber 2019 entspricht. Die AfD konnte sich mit 16,1 bis 16,4 Prozent den zweiten Platz sichern und ihr bestes Ergebnis bei einer Europawahl feiern, auch wenn die Partei in Umfragen teilweise höher gesehen wurde.

Ein herber Rückschlag traf die SPD, die mit ca. 14 Prozent ihr schlechtestes Ergebnis bei einer bundesweiten Wahl verbuchte und nun auf dem dritten Platz rangiert. Die Grünen mussten ebenfalls Verluste hinnehmen, sie erreichten nur 12 bis 12,4 Prozent, was einen deutlichen Rückgang im Vergleich zu 2019 darstellt. Im Gegensatz dazu hielt die FDP ihre Position mit 4,9 bis 5 Prozent stabil, während die Linke drastisch auf 2,8 bis 2,9 Prozent absackte und von der neu gegründeten Partei BSW von Sahra Wagenknecht, welche 5,7 bis 5,9 Prozent erreichte, überholt wurde.

In einem gemeinsamen Rückschlag für die Regierungskoalition aus SPD, Grünen und FDP erzielten die drei Parteien zusammen nur etwa 31 Prozent der Stimmen. Diese Ergebnisse gelten als heftige Dämpfer für die Ampel-Koalition, und die Aussagen führender Politiker reflektieren die Spannungen. CDU-Generalsekretär Carsten Linnemann forderte Bundeskanzler Olaf Scholz indirekt auf, eine Vertrauensfrage zu stellen, während CSU-Chef Markus Söder die Ampel-Koalition als "de facto abgewählt" bezeichnete.

Mit einer Wahlbeteiligung von 64 bis 65 Prozent zeigte sich ein gesteigertes Interesse der deutschen Bevölkerung an der Europawahl, auch beim erstmaligen Wahlrecht für 16- und 17-Jährige. In vielen EU-Staaten war im Vorfeld mit Zugewinnen für rechte Parteien gerechnet worden. Allerdings geriet die AfD durch Vorwürfe über mögliche Verbindungen zu prorussischen Netzwerken und China in Turbulenzen.

Ursula von der Leyen, die derzeitige Präsidentin der EU-Kommission, strebt eine zweite Amtszeit an, während Manfred Weber, der Spitzenkandidat der CSU, erneut ins Rennen ging. Die anderen deutschen Parteien entsandten ebenso prominente Kandidaten, um ihre Interessen im Europäischen Parlament zu vertreten.

Die Europawahl dient auch als wichtiger Stimmungstest vor bevorstehenden Landtagswahlen in Thüringen, Sachsen und Brandenburg sowie der Bundestagswahl im nächsten Jahr. Die neuen Europaabgeordneten haben die Aufgabe, die neue EU-Kommission zu bestätigen, und damit die politische Richtung der Union für die kommenden Jahre mitzugestalten.