05. Juli, 2026

Märkte

Butterpreise auf Rekordhoch: Verbraucher müssen mit weiteren Erhöhungen rechnen

Butterpreise auf Rekordhoch: Verbraucher müssen mit weiteren Erhöhungen rechnen

In den kommenden Wochen könnte der Preis für Butter weiter steigen, wie Branchenverbände der Deutschen Presse-Agentur bestätigten. Der Hauptgeschäftsführer des Milchindustrie-Verbandes, Björn Börgermann, wies auf die aktuell sehr hohen Blockbutterpreise in den amtlichen Notierungen hin – ein bisher unerreichtes Niveau.

Zu den Ursachen zählen kleinere Milchmengen, die von den Landwirten geliefert werden, und ein niedrigerer Fettgehalt in der Rohmilch. Eine hohe Nachfrage nach anderen Milchprodukten wie Käse hat den Fettanteil für die Butterherstellung zusätzlich verringert. Zudem wurde weniger Butter importiert. Diese Faktoren führten dazu, dass die Preise bereits in den vergangenen Monaten stark gestiegen sind. Im Juli lag der Preis für Butter 21 Prozent höher als im Vorjahresmonat.

Genaue Vorhersagen über zukünftige Preisentwicklungen sind schwierig. Börgermann erläutert, dass Angebot und Nachfrage ausschlaggebend sind und letztendlich der Lebensmitteleinzelhandel den Ladenpreis festlegt. Der Handel reagiert jedoch zurückhaltend auf mögliche Preiserhöhungen. Philipp Hennerkes, Geschäftsführer des Bundesverbandes des Deutschen Lebensmittelhandels (BVLH), betonte, dass die Verknappung wertbestimmender Rohstoffe die Produktions- und Vertriebskalkulationen beeinflusst.

Die Großhandelspreise für Blockbutter haben laut dem Bundesverband Deutscher Milchviehhalter (BDM) bereits die Höchstmarke von 2022 übertroffen. Sprecher Hans Foldenauer erwartet auch bei abgepackter Butter nach Ende der Urlaubssaison einen Preisanstieg. Diese höheren Preise im Großhandel werden voraussichtlich an die Endverbraucher weitergegeben.

Eine schnelle Entspannung der Preissituation ist laut der Milchindustrie nicht zu erwarten. Börgermann erklärt, dass die Milchmenge gemäß des üblichen Jahresverlaufs noch einige Wochen weiter sinken werde. Historisch betrachtet seien "die Preise immer wieder gesunken und gestiegen", fügt er hinzu.

Aktuell liegt der Regalpreis für ein 250-Gramm-Paket Deutscher Markenbutter der Eigenmarken bei 1,99 Euro, während bekannte Markenprodukte von Kerrygold oder Meggle zwischen 2,99 und 3,39 Euro kosten. Die Butterpreise unterlagen in der letzten Zeit erheblichen Schwankungen. Nach einem Anstieg im Jahr 2022 sanken die Preise 2023 wieder, nur um anschließend abermals zu steigen. Im Juli zahlten Verbraucher laut Statistischem Bundesamt 39 Prozent mehr für Butter als im Jahr 2020.

Die Zahl der Milchkühe und Milchviehbetriebe in Deutschland hat in den letzten Jahren kontinuierlich abgenommen. 2023 gab es noch 3,7 Millionen Tiere und knapp 50.600 Betriebe.