US-Präsident Joe Biden hat sich mit ungewohnt klaren Worten zur Verurteilung seines Amtsvorgängers Donald Trump im Schweigegeld-Prozess geäußert und dessen Verhalten als „gefährlich“ bezeichnet. „Es ist rücksichtslos, es ist gefährlich, es ist unverantwortlich, wenn jemand behauptet, dass das Verfahren manipuliert wurde, nur weil einem das Urteil nicht gefällt“, erklärte Biden im Weißen Haus. Er betonte, dass der amerikanische Grundsatz, niemand stehe über dem Gesetz, erneut bestätigt worden sei.
Biden ging zudem darauf ein, dass Trump jede Gelegenheit gehabt habe, sich zu verteidigen, und jetzt die Möglichkeit habe, Berufung einzulegen. „So wie jeder andere auch. So funktioniert das amerikanische Rechtssystem“, unterstrich der Demokrat. Er hob hervor, dass die Justiz respektiert werden müsse, und nannte diese als den Eckpfeiler Amerikas und des amerikanischen Justizsystems.
Bemerkenswert ist, dass Biden sich persönlich im Weißen Haus zu Trumps juristischen Problemen äußerte. Normalerweise reagiert der 81-jährige Präsident lediglich auf Pressefragen zu dem Thema und lässt seine Wahlkampfmannschaft Statements verbreiten. Diesmal sprach er jedoch aus eigenem Antrieb über die historische Verurteilung des Republikaners.
Kurz bevor Biden seine Aussagen machte, hatte Trump in seinem Trump-Tower in New York seine Unzufriedenheit über das Urteil zum Ausdruck gebracht. Er behauptete weiterhin, das Verfahren sei politisch motiviert und manipuliert und beleidigte sowohl den Richter als auch seine politischen Gegner. Biden bezeichnete der 77-Jährige als den „dümmsten Präsidenten, den wir je hatten“.