27. Juli, 2026

Politik

Angespannte Lage in Cherson: 19 Tote nach Beschuss auf besetztes Dorf

Angespannte Lage in Cherson: 19 Tote nach Beschuss auf besetztes Dorf

In einem erschütternden Vorfall im südlichen Gebiet Cherson sind nach Angaben der russischen Besatzungsverwaltung 19 Menschen durch ukrainischen Beschuss in dem besetzten Dorf Sadowe ums Leben gekommen. Der von Russland eingesetzte Verwaltungschef der Region, Wladimir Saldo, berichtete auf Telegram, dass ein mit Menschen gefüllter Dorfladen getroffen wurde. Neben den Toten gebe es auch fünf Verletzte.

Persönliche Einblicke und Bilder, die Saldo seinem Post beifügte, vermittelten jedoch kein klares Bild des Ausmaßes der Zerstörung. Unabhängige Bestätigungen für den Vorfall lagen zunächst nicht vor. Sollten sich die angegebenen Zahlen bestätigen, wäre dieser Beschuss einer der schwerwiegendsten Treffer der ukrainischen Armee seit Beginn des russischen Angriffskrieges auf das von Russland kontrollierte Gebiet.

Das betroffene Dorf Sadowe liegt strategisch bedeutsam am südlichen Ufer des Flusses Dnipro, nahe dessen Mündung ins Schwarze Meer. Es befindet sich damit potenziell in Reichweite von Artillerie oder Raketen vom ukrainisch kontrollierten Nordufer. Bisher gab es jedoch keine Berichte über anhaltende Feuergefechte in dieser Region.

Saldo meldete, der Beschuss sei durch westliche Himars-Mehrfachraketenwerfer erfolgt. Er behauptete weiter, die ukrainische Armee habe das Dorf erneut beschossen, als nach dem ersten Einschlag Helfer aus den umliegenden Häusern zur Unterstützung eilten. Auf ukrainischer Seite ist ein solches Vorgehen als "Doppelschlag" bekannt, ein Muster, das auch der russischen Armee wiederholt zugeschrieben wurde.

Einen weiteren tragischen Vorfall meldeten die Besetzungsbehörden aus der ostukrainischen Stadt Luhansk, wo durch den Einschlag in ein Wohnhaus vier Menschen starben und etwa 40 verletzt wurden. Ukrainische Stellen bestätigten einen Angriff, gaben jedoch an, dass dieser militärischen Zielen gegolten habe und die zivilen Opfer auf den Einsatz der russischen Flugabwehr zurückzuführen seien.