Der Monat September, traditionell bekannt für seine Herausforderungen an den Börsen, startet mit einem verhaltenen Marktsentiment trotz beeindruckender Allzeithochs. Nach den heftigen Turbulenzen im August scheint sich der Markt nun in einer Ruhephase zu befinden. "Es herrscht eine ungewohnte Ruhe", kommentiert Ivo Orlemann von der ICF Bank, wobei sich das Handelsvolumen laut Andreas Schröer von Lang & Schwarz auf einem niedrigen Niveau bewegt. Der DAX erreichte am Freitag ein neues Allzeithoch von knapp 18.991 Punkten, notiert am Dienstag jedoch bei 18.850 Punkten. Parallel dazu setzten auch der Stoxx Europe und der Dow Jones neue Rekordmarken. Im Fokus der ICF Bank stehen weiterhin große Aktienindizes, wie Orlemann betont. Investmentprodukte wie der Deka DAX, Deka MSCI World und Deka Euro Stoxx ex Financials Dividend+ erfreuen sich großer Beliebtheit. Der WisdomTree DAX 3x Daily Short, der den DAX invers und mit dreifachem Hebel abbildet, gehört ebenfalls zu den bevorzugten Produkten.
Indische Aktien und Defense-ETFs im Aufwind
Schröer verzeichnet eine hohe Nachfrage nach MSCI World-ETFs und indischen Aktien, insbesondere dem Franklin FTSE India, der seit Jahresbeginn um 20 Prozent zugelegt hat. Auch MSCI EM Asia-Tracker stoßen auf reges Interesse, während breiter gestreute MSCI Emerging Markets-ETFs weniger stark nachgefragt werden. Im Segment der Branchen-ETFs sind Wasserstoff-basierte Produkte wie der L&G Hydrogen Economy weiterhin attraktiv. Der VanEck Defense ETF klettert indes auf immer neue Höhen und verzeichnet in diesem Jahr einen Anstieg von 35 Prozent. "Die globale Unsicherheit hat Fragen der Sicherheit und Verteidigung wieder in den Vordergrund gerückt", so ein Sprecher von VanEck. Ein weiteres Produkt in diesem Bereich ist der Future of Defence ETF von HANetf, der Zugang zu 41 Verteidigungsunternehmen bietet und seit Jahresbeginn um 26 Prozent gestiegen ist.
Rohstoffe und Kryptowährungen bleiben im Fokus
Im Rohstoffmarkt berichten Händler von Umsätzen in Gold- und Silber-ETCs auf niedrigem Niveau. Der Goldpreis erreichte vergangene Woche ein Allzeithoch von 2.531 US-Dollar, liegt aktuell jedoch bei 2.504 US-Dollar. Silber konnte zwar zwischenzeitlich zulegen, blieb aber unter seinem Mai-Hoch. Im Krypto-Segment verleihen niedrigere Preise dem Markt keine signifikanten Impulse. Laut Schröer wurden die tieferen Preise nicht für vermehrte Käufe genutzt, während auch Orlemann ein ausgeglichenes Geschäft in beide Richtungen beobachtet. Der Bitcoin rutschte unter die Marke von 60.000 US-Dollar und liegt derzeit bei 58.800 US-Dollar.