Aktien-Splits erfreuen sich wieder zunehmender Beliebtheit. In den letzten 15 Jahren des anhaltenden Bullenmarktes mit minimalen Unterbrechungen haben große Gewinneraktien enorme Preissteigerungen erfahren. Um Aktienoptionen für Mitarbeitende zugänglicher zu machen und Kleinanlegern den Kauf von Anteilen zu erleichtern, haben Unternehmen wie Amazon, Nvidia und Chipotle vermehrt Aktien-Splits durchgeführt.
Ein weit verbreitetes Narrativ unter Investoren besagt, dass Aktien-Splits den Wert steigern. Die Theorie lautet, dass ein niedrigerer Aktienkurs bei einer größeren Gesamtzahl herausgegebener Aktien die Aktie billiger erscheinen lässt. Doch stimmt das wirklich? Betrachten wir dazu Costco, das möglicherweise kurz vor einem weiteren Aktien-Split steht.
Die Aktien von Costco sind in den letzten fünf Jahren um rund 650 % gestiegen und haben kürzlich die 900-Dollar-Marke überschritten. Wenn sie um etwas mehr als 10 % zulegen, wird die magische 1.000-Dollar-Grenze erreicht. Mit einer Marktkapitalisierung von 400 Milliarden Dollar ist Costco ein Gigant unter den US-Unternehmen.
Seit dem Börsengang vor über 40 Jahren hat die Aktie eine beeindruckende Gesamtperformance von 150.000 % erzielt, einschließlich reinvestierter Dividenden. Ein Investor, der damals 1.000 Dollar investierte, säße heute auf einem Vermögen von 1,5 Millionen Dollar.
Aufgrund dieser enormen Kurssteigerungen hat Costco bereits zwei Aktien-Splits durchgeführt, jeweils 1993 und 2000. Da der Kurs nun wieder die vierstellige Marke erreicht, erwarten viele Investoren einen weiteren Split, um die Aktie erschwinglicher zu gestalten und flexible Aktienoptionen für Mitarbeitende zu ermöglichen.
Schauen wir jedoch über Aktien-Splits hinweg: Wie steht es um das Geschäft von Costco? Ziemlich gut, um genau zu sein. Im letzten Quartal, das im Mai endete, stieg der Umsatz im Jahresvergleich um 9,1 % auf 57,4 Milliarden Dollar. Besonders stark wuchs das internationale Geschäft mit einem Anstieg der vergleichbaren Verkäufe um 8,5 %. Auch im E-Commerce verbuchte Costco ein Wachstum von 21 % im Quartal.
Auch international sieht die Wachstumsdynamik vielversprechend aus. Beispielsweise öffnete in Okinawa, Japan, kürzlich ein neuer Costco-Markt, der am ersten Tag eine fünfstündige Warteschlange verzeichnete. Die Marke hat international vielleicht einen noch besseren Stand als in den USA, wo sie stärker gegen Amazon und Walmart konkurriert. Darüber hinaus erhöhte das Management die Preise der Premium-Mitgliedschaft auf 130 Dollar pro Jahr, von zuvor 120 Dollar.
Allerdings wird die Aktie zu einer hohen Bewertung gehandelt. Das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) der letzten zwölf Monate liegt bei 56, während der Durchschnitt der letzten zehn Jahre bei 35 liegt; ein fast historisch hoher Wert. Zudem war Costco vor zehn Jahren ein wesentlich kleineres Unternehmen.
Unterm Strich: Niemand außer den Mitarbeitenden von Costco sollte sich wirklich für einen möglichen Aktien-Split interessieren. Für Investoren ist ein Aktien-Split bedeutungslos, selbst wenn er mehr Flexibilität beim Kauf von Aktienanteilen bietet. Mit dem Aufkommen des Fractional Trading, bei dem Broker erlauben, weniger als eine Aktie zu kaufen, verliert der Split weiter an Bedeutung.
Ein Aktien-Split ändert nichts an den grundlegenden Geschäftstätigkeiten. Das Zerschneiden einer Pizza in zwölf Stücke macht sie nicht größer. Investoren sollten sich auf das Geschäft und die Bewertung der Aktie basierend auf ihrem Ertragspotential konzentrieren. Costco ist ohne Zweifel ein großartiges Unternehmen, aber es wird wohl langsam auf Grund seiner enormen Umsatzbasis wachsen. Daher sollten Investoren vor einem Kauf in der aktuellen Bewertungssituation gewarnt sein.
Am Ende des Tages: Denkt zweimal nach, bevor ihr Aktien von Costco Wholesale kauft. Stattdessen könnten andere weniger gehypte Aktien eine bessere Rendite bieten.