14. Juli, 2026

Politik

AfD verzeichnet Zuwächse bei Kommunalwahlen in Thüringen ohne direkte Siege

AfD verzeichnet Zuwächse bei Kommunalwahlen in Thüringen ohne direkte Siege

Die Alternative für Deutschland (AfD) um den rechtsorientierten Politiker Björn Höcke konnte bei den jüngsten Kommunalwahlen in Thüringen zwar Zuwächse verzeichnen, verfehlte allerdings in den ersten Wahlgängen zur Besetzung der Oberbürgermeister- und Landratsposten einen direkten Sieg. Anstatt einer klaren Entscheidung ist nun in mehreren Regionen für den 9. Juni eine Stichwahl vorgesehen, in der die AfD vielfach der Christlich Demokratischen Union (CDU) gegenübersteht. Die beiden Parteien liegen auch hinsichtlich der Mandate in Kreistagen und Stadträten nahe beieinander. 'Die AfD hat keinen Durchmarsch hingelegt, die schlimmsten Ängste sind nicht Realität geworden', kommentiert der Dresdner Politologe Hans Vorländer die Ergebnisse.

Obwohl fest mit einem verstärkten Einfluss der AfD in den Kommunalvertretungen gerechnet wird, könnte die parteiinterne Personalschwäche ein Hemmnis darstellen. Nur wenige Monate vor den anstehenden Landtagswahlen schafften es von 13 AfD-Kandidaten neun in die Stichwahlen. Unterstützung für CDU-Kandidaten seitens der SPD bei den bevorstehenden Stichwahlen scheint möglich. Thüringens SPD-Vorsitzender Georg Maier signalisierte eine solche Offenheit. AfD-Kandidaten hatten bei den Bürgermeisterwahlen keinen Erfolg. Der Erfurter Politikwissenschaftler André Brodocz kritisiert, dass die AfD eher durch Schlagworte als durch Personen überzeugen könne.

Doch im kommunalpolitischen Gefüge verankert sich die AfD dennoch tiefer. Bei Stadtrats- und Kreistagswahlen erreichte die Partei zum Ende der Auszählungen nahezu das Ergebnis der CDU, in einigen Regionen wurde sie sogar stärkste Kraft. Besonders auffällig war hier der Landkreis Sonneberg, wo die AfD unter dem Landrat Robert Sesselmann auf beeindruckende 34,7 Prozent kam.

Die CDU hingegen bestätigte ihre Position als kommunale Macht: Ihre Kandidaten errangen in Suhl und Weimar klare Siege bei den Oberbürgermeisterwahlen. Andere Parteien wie Die Linke, SPD, Grüne und FDP hingegen verzeichneten in den Kommunalvertretungen Verluste. Eine kurze Notiz verdient das Bündnis BSW unter Sahra Wagenknecht, das bei seinem ersten Wahlantritt auf kommunaler Ebene in Thüringen beachtliche Ergebnisse von teilweise über 10 Prozent einfahren konnte.

Für Kontroversen sorgte das Abschneiden des Neonazis Tommy Frenck in der Landratswahl im Kreis Hildburghausen. Er schaffte es mit knapp einem Viertel der Stimmen in die Stichwahl, obwohl sein Gegenkandidat Sven Gregor als Favorit ins Rennen geht. Frenck ist als Organisator großer Neonazi-Veranstaltungen überregional bekannt geworden.