Drei Jahrzehnte nach einem verheerenden islamistischen Bombenanschlag auf ein jüdisches Gemeindezentrum in Buenos Aires, der Dutzende Menschenleben forderte, hat der Zentralrat der Juden in Deutschland erneut vor der fortwährenden Bedrohung durch den Iran und verbündete Terrorgruppen gewarnt. Geschäftsführer Daniel Botmann betonte vor der Gedenkfeier in der argentinischen Hauptstadt, dass die Gefahr sich eher noch verstärkt habe und somit nicht nur Israel, sondern jüdische Gemeinschaften weltweit betreffe.
Am 18. Juli 1994 kamen bei dem Anschlag auf das jüdische Gemeindezentrum Amia 85 Personen ums Leben, über 300 wurden verletzt. Laut einem aktuellen Urteil eines argentinischen Gerichts agierte die Schiiten-Miliz Hisbollah hierbei auf Weisung der iranischen Regierung.
Unterdessen versammelten sich Vertreter jüdischer Gemeinden aus aller Welt zu einer Gedenkstunde in Buenos Aires. Hauptthema der Zusammenkunft waren neue Initiativen zur Bekämpfung des wachsenden Antisemitismus. Laut Botmann hat sich die Situation seit dem Hamas-Massaker in Israel am 7. Oktober des vergangenen Jahres weiter verschärft. „Es kommt vermehrt zu antisemitischer Gewalt an Universitäten, die Atmosphäre auf Demonstrationen wird immer aggressiver und Schutzräume für jüdische Schüler schwinden. Und dennoch fehlen oft die Konsequenzen“, so Botmann abschließend.