Zum Unabhängigkeitstag der Ukraine haben die westlichen Verbündeten ihre Solidarität mit dem Land bekräftigt und weitere Unterstützung im Abwehrkampf gegen die russische Invasion versprochen. Bundeskanzler Olaf Scholz versicherte Präsident Wolodymyr Selenskyj in einem Telefonat die „unverbrüchliche Solidarität“ Deutschlands. Ähnliche Zusicherungen gab es auch von den Regierungen der USA, Großbritanniens und Polens.
In Kiew wurden mehrere Feierlichkeiten abgehalten, zu denen auch Polens Präsident Andrzej Duda und die litauische Ministerpräsidentin Ingrida Šimonytė anreisten. Präsident Selenskyj nutzte die Gelegenheit, um eine neue, im Land entwickelte Drohnenrakete vorzustellen. Duda betonte Polens unerschütterliche Unterstützung für die Ukraine sowohl politisch als auch militärisch. Er unterstrich, dass es die Pflicht seines Landes sei, die Ukraine auf ihrem Weg in die EU und die NATO zu unterstützen.
Auch Bundeskanzler Scholz tauschte sich mit Selenskyj über die aktuelle militärische und humanitäre Lage aus. Der ukrainische Präsident dankte Deutschland insbesondere für die Unterstützung bei der Luftverteidigung. US-Präsident Joe Biden sagte „Amerikas unerschütterliche Unterstützung für das ukrainische Volk“ zu und betonte, dass die USA dem Land weiterhin zur Seite stehen werden.
Die Ukraine erhält konkrete militärische Unterstützung aus den USA und Litauen. Das neue US-Hilfspaket im Umfang von rund 125 Millionen US-Dollar umfasst Munition, Artilleriegeschosse, Kleinwaffen, Krankenwagen und medizinische Ausrüstung. Litauen plant, im Herbst rund 5000 Drohnen sowie Munition, Flugabwehrsysteme und Raketen zu liefern. Das Land stellt zudem 35 Millionen Euro für den Kauf von Radargeräten und Ausrüstung zur Minensuche bereit.
Präsident Selenskyj stellte eine neue Drohnenrakete namens „Paljanyzja“ vor, die ins Raketenprogramm aufgenommen wird. Diese Drohnenrakete sei viel schneller und leistungsfähiger als die bisherigen Langstreckendrohnen.
Der ukrainische Militärgeheimdienst HUR hat bereits Pläne zur Rückeroberung der Krim und zur Zerstörung der von Russland erbauten Kertsch-Brücke ausgearbeitet. Allerdings wollte HUR-Vertreter Andrij Jussow keine detaillierten Angaben dazu machen, wie genau diese Ziele erreicht werden sollen.
Trotz der Unterstützung aus dem Westen setzen russische Truppen ihre Angriffe in der Ostukraine fort. In den Regionen um Torezk und Pokrowsk kam es erneut zu intensiven Gefechten. Der Generalstab in Kiew berichtete von 39 abgewehrten Angriffen bei Pokrowsk und neun Attacken bei Torezk, die erhebliche Schäden verursachten.