Nach den gezielten Tötungen hochrangiger Anführer der Hamas und Hisbollah im Iran und Libanon reagiert der Weltsicherheitsrat mit einem eindringlichen Appell an alle Konfliktparteien. UN-Generalsekretär António Guterres betonte, dass jegliche Aktionen, die die gesamte Region destabilisieren könnten, vermieden werden müssen.
Teheran fordert von der internationalen Gemeinschaft, gegen Israel vorzugehen. Irans oberster Führer Ajatollah Ali Chamenei forderte als Vergeltung für die Tötung von Hamas-Auslandschef Ismail Hanija einen direkten Angriff auf Israel. Indes beschuldigte Israels stellvertretender UN-Botschafter Jonathan Miller den Iran, den gesamten Nahen Osten durch Unterstützung von Stellvertreter-Gruppen wie Hisbollah und Hamas zu destabilisieren.
Die jüngsten Ereignisse erhöhen die Spannungen weiter. Am Mittwoch wurde Hamas-Auslandschef Ismail Hanija in Teheran bei einem mutmaßlich israelischen Angriff getötet. Kurz davor wurde der ranghöchste Militärkommandeur der Hisbollah, Fuad Schukr, im Libanon von israelischen Streitkräften ausgeschaltet.
Diese Entwicklung könnte einen regionalen Krieg auslösen, insbesondere da Hisbollah-Generalsekretär Hassan Nasrallah eine Rede angekündigt hat und Ajatollah Chamenei bereits Vergeltung gefordert hat. Weder Zeitpunkt noch Umfang eines möglichen iranischen Vergeltungsangriffs sind bislang bekannt.
Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu bereitete seine Landsleute auf herausfordernde Zeiten vor. Er betonte, dass Israel auf alle Szenarien vorbereitet sei und dass diese Angriffe Teil eines größeren Kampfes gegen die iranische "Achse des Bösen" seien. Kritiker werfen Netanjahu jedoch vor, vornehmlich reaktiv zu agieren und kaum selbst die Initiative zu ergreifen.
Die USA und Deutschland zeigten sich besorgt und rieten ihren Staatsbürgern, den Libanon zu verlassen. Trotz der angespannten Lage sieht die US-Regierung keine Anzeichen für eine unmittelbar bevorstehende Eskalation, wie Kommunikationsdirektor John Kirby erklärte.
Die UN-Beauftragte für politische Angelegenheiten, Rosemary DiCarlo, forderte dringende diplomatische Bemühungen, um die Richtung zu ändern und einen Weg zu regionalem Frieden und Stabilität zu finden. Die Kommunikation müsse von tödlichen Angriffen zu diplomatischen Lösungen wechseln.