09. Juli, 2026

Politik

Warnungen und Drohungen: Eskalation zwischen Israel und der Türkei

Warnungen und Drohungen: Eskalation zwischen Israel und der Türkei

Der israelische Außenminister Israel Katz hat den türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan nach dessen jüngsten Drohungen eindringlich gewarnt. Katz zog einen historischen Vergleich und erinnerte Erdogan an das Schicksal des früheren irakischen Diktators Saddam Hussein: „Erdogan tritt in die Fußstapfen von Saddam Hussein und droht mit einem Angriff auf Israel. Er soll sich nur daran erinnern, was damals geschah und wie es endete“, schrieb Katz auf der Plattform X.

Erdogan hatte zuvor bei einer Veranstaltung seiner Regierungspartei AKP im nordtürkischen Rize betont, dass die Türkei ähnlich wie in Berg-Karabach und Libyen vorzugehen gedenke. In diesen Konflikten hatte Ankara jeweils entscheidende militärische Unterstützung geleistet. Im Berg-Karabach-Konflikt standen türkische Drohnen Aserbaidschan zur Verfügung, während in Libyen die international anerkannte Regierung durch türkisches Militär und Ausrüstung unterstützt wird.

Diese provokanten Äußerungen fallen in eine Zeit, in der die Beziehungen zwischen Israel und der Türkei durch den Gaza-Krieg schwer belastet sind. Erdogan bezeichnete die islamistische Hamas als „Befreiungsorganisation“ und zog einen drastischen Vergleich zwischen Israels Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu und Adolf Hitler. Auch das türkische Außenministerium verschärfte die Rhetorik und warf Netanjahu in einer Mitteilung über Nacht Völkermord vor: „Das Ende des Völkermörders Netanjahu wird so sein, wie das Ende des Völkermörders Hitler. So wie die völkermordenden Nazis zur Rechenschaft gezogen wurden, werden auch diejenigen, die versuchen, die Palästinenser zu vernichten, zur Rechenschaft gezogen werden.“

Ein weiterer Rückschlag für die diplomatischen Beziehungen ereignete sich Mitte Juli, als Erdogan erklärte, dass die Türkei Kooperationen zwischen der NATO und Israel solange nicht mehr unterstützen werde, bis in den palästinensischen Gebieten ein nachhaltiger Frieden erreicht sei.