Die sächsische Landeswahlleitung hat bekannt gegeben, dass die ursprünglich veröffentlichte Sitzverteilung der Landtagswahl aufgrund eines Softwarefehlers korrigiert werden musste. Infolge dieser Neuberechnung wurden für die Grünen und die SPD je ein zusätzlicher Sitz festgestellt, während die CDU und die AfD jeweils einen Sitz einbüßten.
Diese Änderung hat weitreichende politische Implikationen, insbesondere für die AfD, die dadurch ihre Sperrminorität verloren hat. Eine Sperrminorität ermöglicht es einer Partei, bestimmte landesgesetzliche Entscheidungen, die eine Zweidrittelmehrheit erfordern, zu blockieren. Dazu gehört beispielsweise die Wahl von Verfassungsrichtern und der Spitze des Landesrechnungshofs in Sachsen. Da wichtige Posten ohne die Zustimmung der AfD nun besetzt werden können, verändert dies das politische Kräfteverhältnis maßgeblich.
Nach der Korrektur ergibt sich folgende Sitzverteilung: Die CDU hält 41 Mandate und die AfD 40. Das BSW hat 15 Sitze, während die SPD 10 und die Grünen 7 Mandate halten. Die Linke bekommt 6 Sitze und die Freien Wähler lediglich einen Sitz. Der Landtag in Sachsen besteht insgesamt aus 120 Sitzen.
In Bezug auf die abgegebenen Stimmenanteile kam die CDU auf 31,9 Prozent (2019: 32,1 Prozent). Die AfD folgte knapp mit 30,6 Prozent (27,5). Das BSW erzielte aus dem Stand beachtliche 11,8 Prozent. Die SPD landete bei 7,3 Prozent (7,7). Ein dramatischer Rückgang zeigte sich bei der Linken, die auf 4,5 Prozent absackte (10,4). Die Grünen erreichten 5,1 Prozent (8,6). Erneut verfehlte die FDP den Einzug in den Landtag deutlich mit lediglich 0,9 Prozent (4,5).