Verteidigungsminister Boris Pistorius hat sich während seines Besuchs der Gedenkstätte des US-Marinestützpunktes Pearl Harbor auf Hawaii deutlich zur Verantwortung Deutschlands für die Stabilität in der geopolitisch bedeutenden Indopazifik-Region geäußert. Pistorius hob hervor, dass Sicherheit und Stabilität sowohl dort als auch in Europa eng miteinander verbunden seien. Der SPD-Politiker traf zudem deutsche Soldaten, die an dem von den USA geführten Marine-Manöver Rimpac teilnehmen. Rimpac gilt als das weltweit größte Marinemanöver. Die Bundeswehr beteiligt sich erstmals mit zwei Schiffen: der Fregatte "Baden-Württemberg" und dem Einsatzgruppenversorger "Frankfurt am Main". Insgesamt nehmen 29 Nationen, 25.000 Soldaten und 42 seefähige Einheiten, darunter ein Flugzeugträger, drei U-Boote und sieben Versorgungsschiffe, sowie 200 militärische Luftfahrzeuge an der Übung teil. Das Manöver sieht ein Szenario vor, in dem ein Aggressor namens "Orion" das friedliche "Griffon" bedroht und den zivilen Schiffsverkehr angreift, woraufhin die Rimpac-Streitkräfte einschreiten. Der Höhepunkt der Übung war ein zwölfstündiges simuliertes Seegefecht. Deutsche Soldaten konnten dabei wertvolle praktische Erfahrungen sammeln, wie etwa das Beschießen zielplatzierter alter US-Schiffe. Auch die "Baden-Württemberg" feuerte auf ein solches Schiff, das letztlich schwer beschädigt sank. China und Russland waren früher Teilnehmer von Rimpac, das erstmals 1971 stattfand, jedoch nicht mehr in diesem Jahr. Stattdessen beobachtete China mit einem Marine-Boot aus internationalen Gewässern die Übung und nutzte dabei die internationalen Regeln. Trotzdem wird China von einigen Staaten der Region als bedrohliche Großmacht dargestellt. Pistorius betonte, dass China zunehmend seine Interessen offensiv vertrete, was für Unsicherheit in der Region sorge. Deutschland sei als drittgrößte Volkswirtschaft der Welt in der Verantwortung, internationales Engagement zu zeigen. Es gehe darum, zusammen mit Partnern die regelbasierte internationale Ordnung zu unterstützen. Diese Präsenz diene nicht dazu, gegen jemanden vorzugehen, sondern um die Freiheit der Meere und die internationale Ordnung zu wahren. Deutschland werde als Partner in der Region wahrgenommen und geschätzt, so Pistorius. Abschließend besuchte Minister Pistorius die über dem Wrack der "USS Arizona" errichtete Gedenkstätte, die seit dem japanischen Angriff auf Pearl Harbor 1941 mehr als 1.000 getöteten Seeleuten als Ruhestätte dient. Dieser Angriff führte zum Eintritt der USA in den Zweiten Weltkrieg und markierte einen Wendepunkt des Krieges.
Politik
Verteidigungsminister Pistorius betont Deutschlands Rolle im Indopazifik