05. Juli, 2026

Politik

Venezuela: Stromausfall in Caracas weitgehend behoben

Venezuela: Stromausfall in Caracas weitgehend behoben

Ein Großteil der venezolanischen Hauptstadt Caracas hat nach einem 12-stündigen Stromausfall, der am Freitagmorgen alle 24 Bundesstaaten des Landes lahmlegte, wieder Stromversorgung. Während in einigen Teilen von Caracas am Freitagmittag der Strom zurückkehrte, bleibt ein erheblicher Teil des Landes weiterhin ohne Elektrizität. Der Metro-Betrieb ist noch eingestellt, und lange Warteschlangen bilden sich vor den Tankstellen, da die Venezolaner sich auf weitere Engpässe vorbereiten.

Der Vorfall ereignet sich im Kontext eines wochenlangen Machtkampfes, in dem der Oppositionsführer Edmundo González einen überwältigenden Sieg über den amtierenden Präsidenten Nicolás Maduro reklamiert. Die Wahlbehörde hatte Maduro erst im Juli für eine dritte Amtszeit im Amt bestätigt.

Präsident Maduro machte in seinem Telegram-Kanal "verzweifelte Angriffe von Faschisten" für den Stromausfall verantwortlich. Informationsminister Freddy Ñañez erklärte, dass die Regierung ihre "Anti-Putsch-Protokolle" aktiviert habe, um "Sabotage durch extreme rechte Kräfte" zu bekämpfen.

Stromausfälle haben sich in Venezuela seit 2019 verschärft, als ein massiver Blackout das Land nach jahrelangem Missmanagement und Unterfinanzierung der riesigen Wasserkraftwerke fast eine Woche lang verdunkelte. Staatlich verordnete Stromrationierungen sind seither üblich, besonders in ländlichen Gebieten außerhalb von Caracas.

Am Freitag wurde Oppositionsführer González zum dritten Mal zur Generalstaatsanwaltschaft vorgeladen, um Aufzeichnungen über die Wahl am 28. Juli vorzulegen, die angeblich seinen Erdrutschsieg belegen. Weder González noch Generalstaatsanwalt Tarek William Saab bestätigten, ob sein Erscheinen wegen des Stromausfalls verschoben wurde.