08. Juli, 2026

Politik

USA erkennen Sieg von Edmundo González Urrutia in Venezuela an

USA erkennen Sieg von Edmundo González Urrutia in Venezuela an

Die USA haben den Oppositionskandidaten Edmundo González Urrutia offiziell als Sieger der kontroversen Präsidentschaftswahlen in Venezuela anerkannt und erhöhen damit den Druck auf den langjährigen Staatschef Nicolás Maduro. US-Außenminister Antony Blinken erklärte, dass aufgrund der erdrückenden Beweise die USA und das venezolanische Volk überzeugt seien, dass González Urrutia bei den Wahlen am 28. Juli die Mehrheit der Stimmen erhalten habe. Blinken betonte, dass nun der Zeitpunkt gekommen sei, für einen friedlichen Übergang in Venezuela zu sorgen.

Trotz dieser Anerkennung hatte die regierungstreue Wahlbehörde Maduro zum Sieger erklärt und bislang keine detaillierten Ergebnisse der Wahl veröffentlicht. Die Opposition wirft der Regierung Wahlmanipulation vor und legt Daten vor, die zeigen sollen, dass González 67 Prozent der Stimmen erhielt, während Maduro nur 30 Prozent verbuchen konnte. Diese Ergebnisse stammen nach Angaben der Opposition aus über 80 Prozent der Stimmbezirke.

Die G7-Außenminister sowie mehrere lateinamerikanische Länder forderten die sofortige Veröffentlichung der detaillierten Wahlergebnisse. Das Carter Center, eine unabhängige US-Organisation, die Wahlbeobachter nach Venezuela entsandt hatte, erklärte die Wahl für undemokratisch. Maduro hat inzwischen eine Untersuchung beim Obersten Gerichtshof beantragt, der allerdings als regierungstreu gilt.

In den Tagen nach der Wahl kam es zu Demonstrationen, bei denen laut Maduro bisher 1200 "Kriminelle" festgenommen wurde und 1000 weitere gesucht werden. Besonders brisant: Maduro verlangt die Inhaftierung von González und der Oppositionsführerin María Corina Machado. Unabhängige Organisationen berichten von mindestens elf Todesopfern bei den Protesten.

Schon die Wiederwahl Maduros im Jahr 2018 war international umstritten und wurde von zahlreichen Ländern nicht anerkannt. Damals erklärte sich der Parlamentspräsident Juan Guaidó zum Interimspräsidenten. Die USA, Deutschland und weitere Staaten erkannten ihn an, jedoch gelang es Guaidó nicht, die Macht im Land zu übernehmen, da das Militär zu Maduro hielt.