10. Juli, 2026

Politik

USA beenden Betrieb des provisorischen Gaza-Hafens

USA beenden Betrieb des provisorischen Gaza-Hafens

Die amerikanischen Streitkräfte haben den Betrieb des provisorischen Hafens vor der Küste des Gazastreifens eingestellt. Diese vorübergehende Lösung diente der Versorgung der notleidenden Zivilbevölkerung mit Hilfsgütern. Künftig soll der Seehafen von Aschdod in Israel als alternative Route nach Gaza dienen, um die dringend benötigte Hilfe zu liefern. Details zu dieser neuen Route sind bislang spärlich, jedoch zeigte sich Sonali Korde von der US-Behörde für Entwicklungszusammenarbeit zuversichtlich, dass der Weg über Aschdod praktikabel sei.

Israels Premierminister Benjamin Netanjahu verteidigte unterdessen seine Kriegsführung gegen die Hamas im israelischen Parlament. Er betonte, dass nur durch erhöhten militärischen Druck Zugeständnisse von der Hamas zu erwarten seien. Kritiker beschuldigen Netanjahu, die Verhandlungen gezielt zu sabotieren und bemängeln, dass er auf Unterstützung von ultra-religiösen und rechtsextremen Koalitionspartnern angewiesen sei, die keine Zugeständnisse an die Hamas akzeptieren.

Derweil bleiben die Versorgungsbedingungen im Gazastreifen problematisch. Die Herausforderungen liegen vor allem in der Unsicherheit und Gesetzlosigkeit, die die Verteilung der Hilfsgüter behindern. Vizeadmiral Brad Cooper vom US-Militär äußerte sich jedoch optimistisch, dass größere Mengen an Hilfsgütern über den neuen Weg nach Aschdod gelangen könnten.

Ein geheimer Austausch fand zudem zwischen den USA, Israel und der Palästinensischen Autonomiebehörde (PA) statt, bei dem die Wiedereröffnung des Rafah-Grenzübergangs zwischen Ägypten und Gaza als Teil eines Geisel- und Waffenruhe-Abkommens besprochen wurde. US-Beamte sehen die Öffnung des Übergangs als ersten Schritt zur Stabilisierung des Gazastreifens nach dem Krieg, jedoch sind die Meinungen über die Verwaltung des Übergangs geteilt.

Netanjahu mangelt es laut seinen Kritikern an einem Plan zur Stabilisierung und Verwaltung des Gazastreifens, was die Situation weiter verschärft. Seit Beginn des Krieges gegen die Hamas am 7. Oktober, ausgelöst durch ein Massaker in Israel, wurden zahlreiche Menschen getötet und verschleppt. Die humanitäre Lage bleibt angespannt, während internationale Vermittlungsbemühungen fortgesetzt werden.