10. Juli, 2026

Politik

US-Wahlkampf: Diskussionen um Bidens Rückzug und Kamala Harris im Fokus

US-Wahlkampf: Diskussionen um Bidens Rückzug und Kamala Harris im Fokus

Im US-Wahlkampf verdichten sich die Zeichen, dass Präsident Joe Biden möglicherweise auf eine zweite Amtszeit verzichten könnte. Medienberichten zufolge schließt der 81-Jährige einen Rückzug unter dem starken Druck aus der eigenen Partei nicht mehr kategorisch aus. Auch hochrangige Vertreter der Demokraten sollen mittlerweile versucht haben, Biden zum Rückzug zu bewegen. In den letzten Wochen ist Bidens Stellvertreterin Kamala Harris zunehmend als potenzieller Ersatz in den Vordergrund gerückt. Nach einer COVID-19-Infektion hat sich Biden in sein Privathaus in Rehoboth, Delaware, zurückgezogen und nimmt derzeit keine öffentlichen Termine wahr. Obwohl er bisher die Rückzugsforderungen öffentlich vehement abgelehnt hat, wird zunehmend über eine mögliche Übergabe der Kandidatur an Harris spekuliert. Die 'New York Times' berichtete, dass Biden zunehmend akzeptiert, seinen Wahlkampf möglicherweise aufgeben zu müssen. Auch 'The Hill' und 'NBC News' zitierten gut vernetzte Partei-Kenner, die eine baldige Ankündigung zu Bidens politischer Zukunft erwarten. Bidens Familie soll bereits über verschiedene Ausstiegsszenarien beraten haben. Die Debatte über Bidens Eignung für eine zweite Amtszeit wurde auch durch ein Attentat auf den republikanischen Kandidaten Donald Trump und Bidens anschließende Corona-Infektion angeheizt. Harris, die erste schwarze US-Vizepräsidentin, ist inzwischen stärker ins Zentrum der Diskussionen gerückt, nachdem sie in ihrem Amt bisher eher zurückhaltend erschienen war. Biden lobte ihre Verdienste in einer Wahlkampfrede und betonte, sie könne auch Präsidentin der Vereinigten Staaten sein. In den letzten Tagen haben auch hochrangige Demokraten wie der frühere Präsident Barack Obama und Spitzenpolitiker wie Nancy Pelosi, Hakeem Jeffries und Chuck Schumer hinter verschlossenen Türen ihre Bedenken bezüglich Bidens Kandidatur geäußert. Donald Trump, Bidens republikanischer Gegenspieler, präsentierte sich hingegen nach dem Attentat auf ihn bei einem Parteitag in Milwaukee stärker als je zuvor und nahm unter großem Jubel die Nominierung zum Präsidentschaftskandidaten seiner Partei an. Seine Wahlkampfrhetorik griff Migranten an und wirkte polarisierend, während Bidens Team vor einer erneuten Präsidentschaft Trumps warnte.