Der US-Wahlkampf stellt sich als spannendes Spektakel heraus, das tägliche Überraschungen bietet. Anfangs mutete der Wettbewerb wie ein zähes Rennen zwischen zwei Veteranen an. Dann wurde einem der Kandidaten eine gewisse Senilität attestiert, was von ersten Experten bereits als Vorentscheidung interpretiert wurde.
Diese Einschätzungen sollten sich jedoch als vorschnell herausstellen. Später folgte ein ikonischer Moment und Stimmen wurden laut, die Wahl sei eigentlich schon entschieden. Eine erneute Wendung ergab sich, als Biden sich zurückzog, was wiederum zur Annahme führte, Trump sei chancenlos. Doch wie die letzten Wochen gezeigt haben, wäre eine solche Prognose verfrüht.
Noch bleiben viele Monate bis zur Entscheidung, und die Entwicklungen der letzten Zeit mahnen zur Vorsicht bei der Vorhersage eines Wahlsiegers. Es ist eher spekulativ, als fundiert, jetzt schon einen klaren Sieger zu verkünden. Statt sich von plötzlichen Hypes und Begeisterungswellen mitreißen zu lassen, wäre es ratsam, die Kandidaten an ihren politischen Inhalten zu messen.
Dass solche Dynamiken trügerisch sein können, hat auch Martin Schulz aus Würselen am eigenen Leib erfahren.
Die vermeintliche Bedeutungslosigkeit politischer Inhalte in den USA wird oft als deutsche Arroganz interpretiert, tatsächlich aber könnten diese Inhalte bei der Entscheidung eine wichtige Rolle spielen.