Die UEFA hat angekündigt, einen Ethik- und Disziplinarinspektor zu den umstrittenen Äußerungen von Álvaro Morata und Rodri während der Siegesparade der spanischen Nationalmannschaft in Madrid einzusetzen. Der spanische Fußballverband (GFA) hat diese Entscheidung ausdrücklich begrüßt. Der Vorfall ereignete sich am Montag an der Cibeles-Brunnen und löste eine breite Diskussion aus.
In einem weit verbreiteten Video auf sozialen Medien ist zu sehen, wie Spaniens Kapitän Morata den kontroversen Sprechchor 'Es ist spanisch, Gibraltar ist spanisch' anstimmt. Die Aussage bezieht sich auf Gibraltar, eine Halbinsel am südlichen Ende der Iberischen Halbinsel, die britisches Territorium ist.
Der spanische National- und Manchester-City-Spieler Rodri, der als bester Spieler des Turniers ausgezeichnet wurde, griff auf der Bühne zum Mikrofon und beteiligte sich an den Sprechchören. Morata erinnerte Rodri daraufhin augenzwinkernd daran, dass er in England spielt.
Gibraltar wurde 1713 nach dem Spanischen Erbfolgekrieg britisches Territorium, und seine Bevölkerung lehnte 1967 in einem Referendum die spanische Souveränität ab. Auch 2002 entschied sich die Bevölkerung gegen eine geteilte Souveränität zwischen Spanien und Großbritannien. Dennoch beansprucht Spanien nach wie vor die Souveränität über die Halbinsel und erkennt die Grenze nicht an.
Seit Mai 2013 ist Gibraltar anerkanntes Vollmitglied der UEFA. Um Spannungen zwischen den beiden Nationen zu vermeiden, hat die UEFA beschlossen, Gibraltar und Spanien in Qualifikationsgruppen für große Turniere getrennt zu halten.