In Thüringen sieht der christdemokratische Landesvorsitzende Mario Voigt die CDU nach der aktuellen Wahlprognose in der Pflicht zur Regierungsbildung. Voigt interpretiert das Ergebnis als eine Gelegenheit für einen politischen Wechsel unter der Führung der CDU. Obwohl die Partei hinter der AfD auf dem zweiten Platz landete, sieht Voigt die CDU als die zentrale Kraft in diesem Prozess.
Voigt äußerte den Wunsch, Gespräche zu führen, um eine stabile Regierung zu formen, und will dazu auf die SPD und deren Spitzenkandidaten Georg Maier zugehen. Hinsichtlich des Bündnisses Sahra Wagenknecht (BSW) betonte er Offenheit für Gespräche, stellte jedoch klar, dass weltpolitische Fragen nicht im Thüringer Landtag entschieden werden, sondern lokale Themen im Vordergrund stehen sollten. Das BSW hatte zuletzt Bedingungen wie die Ablehnung von US-Mittelstreckenraketen als Voraussetzung für eine Regierungsbeteiligung genannt.
Explizit ausgeschlossen wurde eine Kooperation mit der AfD. Voigt ging jedoch nicht auf die Linke ein, die von der CDU bislang ebenfalls als Koalitionspartner ausgeschlossen wurde. In Bezug auf die aktuelle rot-rot-grüne Landesregierung erklärte Voigt: "Rot-rot-grün ist abgewählt." Gleichzeitig sieht er im Wahlergebnis eine Absage an die Ampelregierung in Berlin, da FDP und Grüne den Einzug in den Landtag mit 4,0 Prozent beziehungsweise 1,0 bis 1,3 Prozent verpasst haben.
Die Prognosen sehen die AfD bei 30,5 bis 33,5 Prozent, wodurch sie elf Jahre nach ihrer Gründung erstmals eine Landtagswahl gewinnt, jedoch ist es unwahrscheinlich, dass sie den Ministerpräsidenten stellen wird. Die CDU kommt auf 24,5 Prozent, während das BSW aus dem Stand 14,5 bis 16,0 Prozent erreicht. Die Linke erzielt 11,5 bis 12,5 Prozent, die SPD 6,5 bis 7,0 Prozent. Die Grünen verfehlen mit 4,0 Prozent den Einzug in den Landtag ebenso wie die FDP mit 1,0 bis 1,3 Prozent.