08. Juli, 2026

Politik

Tennessee im Wahlfieber: Gloria Johnson fordert Marsha Blackburn heraus

Tennessee im Wahlfieber: Gloria Johnson fordert Marsha Blackburn heraus

Gloria Johnson, Abgeordnete im Parlament von Tennessee, sorgt erneut für Schlagzeilen. Nachdem sie im vergangenen Jahr durch ihre Teilnahme an einem Waffenkontroll-Protest ins nationale Rampenlicht rückte, hat sie nun die demokratische Vorwahl für den US-Senat gewonnen und wird die amtierende republikanische Senatorin Marsha Blackburn herausfordern.

Johnson erlangte Berühmtheit als Teil der 'Tennessee Three', die im letzten April einen Protest im State Capitol anführten, nachdem ein Schütze drei Schüler und drei Mitarbeiter einer christlichen Schule in Nashville getötet hatte. Während die republikanische Supermehrheit die beiden anderen Abgeordneten, Justin Jones und Justin J. Pearson, ausschloss, entkam Johnson knapp einem ähnlichen Schicksal. Beide Männer wurden später wieder eingesetzt, während Johnson ermutigt wurde, gegen Senatorin Blackburn anzutreten.

Am Donnerstag konnte Johnson die demokratische Vorwahl mit Leichtigkeit für sich entscheiden, wie die Associated Press berichtete. Sie setzte sich gegen Marquita Bradshaw, eine Aktivistin für Umweltgerechtigkeit, Civil Miller-Watkins, eine Lehrerin, und Lola Denise Brown, eine demokratische Aktivistin, durch.

Senatorin Blackburn, die erste Frau, die Tennessee im Senat vertritt, ist eine leidenschaftliche Unterstützerin des ehemaligen Präsidenten Donald J. Trump und bekannt für ihre aggressiven – und mitunter irreführenden – Befragungen von demokratischen Nominierten sowie ihre kompromisslosen Standpunkte. Bei der republikanischen Nationalversammlung im letzten Monat kritisierte sie Kimberly A. Cheatle, die inzwischen zurückgetretene Direktorin des Secret Service, für Sicherheitsmängel im Vorfeld eines Mordanschlags auf Trump.

Blackburn, die ihren Sitz voraussichtlich behalten wird, setzt sich auch für ein umfassendes Gesetzespaket zum Schutz von Teenagern und Kindern im Internet ein. Ob dieses jedoch angesichts des Widerstands aus der Tech-Industrie und aufgrund von Bedenken hinsichtlich der freien Meinungsäußerung umgesetzt wird, ist noch unklar.

Die Demokraten werfen Blackburn vor, dass ihre politischen Positionen, insbesondere ihre Ablehnung von Abtreibungsrechten und strengeren Waffengesetzen, zu extrem für den Staat seien. Gloria Johnson, eine ehemalige Lehrerin, die erstmals 2012 für die Staatslegislative kandidierte, hat in den letzten Wochen den Staat bereist, um sich nicht nur den gemäßigten und konservativen Wählern vorzustellen, sondern auch die demokratische Minderheit zu mobilisieren.