10. Juli, 2026

Politik

SPD vor richtungsweisender Entscheidung - Kanzlerkandidat Scholz unter Druck

SPD vor richtungsweisender Entscheidung - Kanzlerkandidat Scholz unter Druck

Eine aktuelle Forsa-Umfrage offenbart, dass lediglich ein Drittel der SPD-Mitglieder erneut Bundeskanzler Olaf Scholz bei der Bundestagswahl 2025 als Kanzlerkandidaten sehen möchte. 67 Prozent der Befragten sind der Meinung, dass die SPD mit einem anderen Spitzenkandidaten bessere Chancen auf ein gutes Wahlergebnis hätte. Diese Umfrage wurde durch das Meinungsforschungsinstitut Forsa im Auftrag des Redaktionsnetzwerks Deutschland (RND) durchgeführt.

Nennenswerte Unterstützung genießt Verteidigungsminister Boris Pistorius, den ein Drittel der SPD-Mitglieder als erfolgversprechenderen Kandidaten betrachtet. Die SPD musste sich zudem bei der Europawahl Anfang Juni mit einem historischen Tiefstand von 13,9 Prozent zufriedengeben, was zusätzlichen Druck auf die Partei ausübt.

Forsa befragte 1001 SPD-Mitglieder, die nach den Angaben des Instituts einen repräsentativen Querschnitt der Parteimitgliedschaft darstellen. Die SPD zählte zum Jahreswechsel insgesamt 365.190 Mitglieder und die Befragung wurde zwischen dem 8. und 12. Juli 2024 durchgeführt, nach der Einigung der Ampel-Spitzen auf die Eckpunkte des Haushalts für 2025.

Scholz zeigt sich bezüglich seiner Kanzlerkandidatur weiterhin entschlossen. In einem ARD-Interview im Juni bekräftigte er seine Absicht, als Kanzlerkandidat anzutreten. Niedersachsens SPD-Ministerpräsident Stephan Weil unterstützt dies, indem er Scholz als "unangefochtene Nummer eins" der Partei bezeichnete und betonte, dass sich alle relevanten Teile der SPD einig seien, mit Scholz in den nächsten Wahlkampf zu gehen.

Die Frage, ob die SPD sich in einer schweren Krise befindet oder es sich nur um eine vorübergehende Stimmungsdelle handelt, beantworteten 51 Prozent der Befragten mit "schwere Krise", während 46 Prozent von einer temporären Stimmungsdelle ausgehen.

Eine Mehrheit von 55 Prozent spricht sich für einen politischen Kurs der Mitte aus, während 43 Prozent ein eher linkeres Profil bevorzugen. Zur Zufriedenheit mit der Parteispitze äußerten sich 55 Prozent der Mitglieder positiv über Scholz' Arbeit und 79 Prozent zeigten sich zufrieden mit SPD-Vorsitzendem Lars Klingbeil.

Nur eine Minderheit von 12 Prozent glaubt an ein Ergebnis von über 25 Prozent bei der nächsten Bundestagswahl, während 37 Prozent ein Resultat zwischen 20 und 25 Prozent für wahrscheinlich halten. Die Hälfte der Mitglieder erwartet jedoch ein Wahlergebnis unter 20 Prozent.