Die Tötung eines jungen Kommandeurs des lokalen Ablegers der Palästinensischen Islamischen Dschihad (PIJ) in der Stadt Tulkarm im Westjordanland rückt die radikale Gruppe ins Rampenlicht.
Die Palästinensische Islamische Dschihad, formell als Islamische Dschihad-Bewegung in Palästina benannt, wurde in den 1980er Jahren im Gazastreifen gegründet, um gegen die israelische Besatzung zu kämpfen. Die Organisation hat sowohl im Gazastreifen als auch im Westjordanland eine bedeutende Präsenz und kontrolliert einen Teil von Tulkarm, das ursprünglich als Flüchtlingslager für Palästinenser gegründet wurde, die in den Kriegen um die Gründung Israels vertrieben wurden.
Ähnlich wie die Hamas erhält die Gruppe finanzielle Unterstützung und Waffen aus dem Iran. Israel, die Vereinigten Staaten und die Europäische Union betrachten die Palästinensische Islamische Dschihad als terroristische Organisation. Das US-amerikanische Counterterrorism Center weist zudem darauf hin, dass die Gruppe auch Unterstützung aus Syrien und von der libanesischen Hisbollah erhält. Die Mitgliederzahl der PIJ wurde vom US-Außenministerium im Jahr 2022 auf zwischen 1.000 und mehreren Tausend geschätzt.
Seit 2018 steht Ziyad al-Nakhalah an der Spitze des Führungskreises der Organisation. Al-Nakhalah befand sich in einem Gästezimmer neben Ismail Haniyeh, einem ehemaligen Spitzenführer der Hamas, als Haniyeh Anfang des Monats bei einem Bombenanschlag in Teheran getötet wurde.
Das Council on Foreign Relations erklärt, dass die Palästinensische Islamische Dschihad das Ziel hat, einen souveränen, islamischen palästinensischen Staat zu errichten und den arabisch-israelischen Konflikt als ideologischen Krieg und nicht als territoriale Auseinandersetzung betrachtet. Die Gruppe lehnt eine Zwei-Staaten-Lösung ab.