10. Juli, 2026

Politik

Selenskyj verurteilt Orbans Einzelinitiative in Moskau

Selenskyj verurteilt Orbans Einzelinitiative in Moskau

Die Suche nach einer friedlichen Lösung für den russischen Angriffskrieg bleibt ein heikles Unterfangen, insbesondere wenn Einzelinitiativen ins Spiel kommen, die die westliche Geschlossenheit gefährden könnten. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat sich klar gegen den Alleingang des ungarischen Ministerpräsidenten Viktor Orban ausgesprochen. Selenskyj betonte, dass Bemühungen wie die Orbans, selbstverständliche Reisepläne nach Moskau zu schmieden und in der Kriegsregion zu verhandeln, potenziell schädlich seien und keine Beachtung finden sollten. Selenskyj äußerte diese Bedenken während des Gipfeltreffens der Europäischen Politischen Gemeinschaft in der Nähe von Oxford. Er wies darauf hin, dass Moskau stets daran interessiert sei, die Einheit des Westens mithilfe von individuellen Angeboten oder gar Erpressungen zu unterminieren. Dies könnte zu schwerwiegenden Verwerfungen in der kollektiven Position des Westens gegenüber Russland führen. Orban hatte kürzlich ohne Abstimmung mit Brüssel oder Kiew Moskau besucht, um dort mit Kremlchef Wladimir Putin über Wege zur Beendigung des seit Februar 2022 anhaltenden Konflikts zu sprechen. Orban bekräftigte, dass er Möglichkeiten für ein Ende des Krieges ausloten wollte. Bevor er nach Moskau reiste, hielt sich Orban auch in Kiew auf und besuchte später die chinesische Hauptstadt Peking sowie den US-Präsidentschaftskandidaten Donald Trump. Seine als "Friedensmission" bezeichneten Reisen wurden in den EU- und NATO-Staaten weitgehend kritisiert.