Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat entschieden, moderne Rehabilitationskrankenhäuser in der Ukraine zu schaffen, um die Versorgung von Kriegsversehrten zu verbessern. Auf einem erstmals abgehaltenen Kongress zur Kriegsmedizin in Kiew betonte Selenskyj die Notwendigkeit, sich intensiver um verwundete Soldaten zu kümmern und ihnen eine umfassende medizinische Versorgung zukommen zu lassen.
Zuvor hatte er verletzte Soldaten im Krankenhaus besucht und dabei den Ärzten und dem Pflegepersonal seinen Dank für ihren unermüdlichen Einsatz ausgesprochen. Selenskyj betonte, dass sich zehntausende Soldaten aufgrund ihrer körperlichen und psychischen Verletzungen in der von Russland angegriffenen Ukraine in medizinischer Behandlung befinden. Neben einer besseren stationären Versorgung soll es auch in den Kampfzonen Stabilisierungszentren mit umfassender medizinischer Betreuung geben.
Selenskyj forderte das Verteidigungsministerium und den Generalstab der Streitkräfte auf, das medizinische Informationssystem im Land zu digitalisieren. Dies solle die Behandlung von Kriegsverletzten transparenter und effizienter gestalten. Auch der Bedarf an Erste-Hilfe-Sets, Tourniquets und mobilen Hospitälern wurde unterstrichen.
Der Präsident besuchte außerdem das größte Kinderkrankenhaus des Landes in Kiew, das kürzlich bei einem Raketenschlag schwer beschädigt wurde. Mit Unterstützung aus Deutschland soll die Klinik wieder aufgebaut werden. "Wir werden definitiv alles wieder errichten und beweisen, dass Leben stärker ist als der Feind", erklärte Selenskyj entschlossen.
Gleichzeitig machte der russische Außenminister Sergej Lawrow in Laos klar, dass Moskau weiterhin an seinen Kriegszielen in der Ukraine festhält. Bei einem Treffen der Asean-Staaten erklärte er, dass Russland keine Kapitulation in Erwägung ziehe und man die gesetzten Kriegsziele, wie die Verhinderung von Nato-Stützpunkten, erreichen werde. Lawrow betonte auch, dass Präsident Selenskyj den ukrainischen Führungskräften per Dekret Verhandlungen mit Russland untersagt habe.
US-Außenminister Antony Blinken kritisierte währenddessen die Unterstützung Chinas für die russische Rüstungsindustrie und machte deutlich, dass die USA geeignete Maßnahmen ergreifen würden, falls China nicht gegen diese Bedrohung der europäischen Sicherheit vorgeht. In Russland selbst nahm Präsident Wladimir Putin an der traditionellen Marineparade in St. Petersburg teil und beschwor dabei die Stärke der russischen Flotten.