09. Juli, 2026

Politik

Selenskyj: Friedenslösung nur mit Zustimmung des Volkes

Selenskyj: Friedenslösung nur mit Zustimmung des Volkes

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat in einem Interview mit der Zeitung „Le Monde“ und anderen französischen Medien bekräftigt, dass Gebietsabtretungen im Rahmen einer möglichen Friedenslösung mit Russland nur unter Zustimmung des ukrainischen Volkes in Betracht gezogen werden. Er betonte, dass jede Entscheidung, die die territoriale Integrität der Ukraine betrifft, nicht von einer einzelnen Person getroffen werden könne. „Die Ukraine wird niemals auf ihre Gebiete verzichten. Dazu muss das ukrainische Volk dies wünschen“, erklärte Selenskyj und verwies auf Artikel 73 der ukrainischen Verfassung, welcher Gebietsveränderungen nur nach einem landesweiten Referendum zulässt.

Selenskyj betonte, dass Russland bei künftigen Friedensberatungen mit am Tisch sitzen sollte. „Beim zweiten Friedensgipfel im November sollten Vertreter Russlands anwesend sein, um tragfähige Ergebnisse zu erzielen“, sagte er. Er äußerte zudem die Hoffnung, militärische Ziele in Russland mit amerikanischen und europäischen Langstreckenraketen angreifen zu dürfen, obwohl Partnerstaaten derzeit noch Vorbehalte hegen. Neben militärischem Druck setzt Selenskyj auch auf diplomatische Maßnahmen und wünscht sich, dass China gezielten Druck auf Russland ausübt, ähnlich wie die USA und die Europäische Union.

Der ukrainische Präsident lobte die Erfolge der ukrainischen Flugabwehr, die zuletzt fast 90 Kamikaze-Drohnen abgeschossen habe, und fordert einen weiteren Ausbau der Verteidigungssysteme. Er betonte, dass weitere zuverlässige Luftabwehrsysteme sowie schwerere Waffen nötig seien, um russische Angriffe effektiv abzuwehren.

Indessen setzen russische Truppen im Osten der Ukraine die Verteidiger stärkeren Angriffen aus. Insbesondere bei Torezk und Pokrowsk wurden die ukrainischen Stellungen wiederholt unter Beschuss genommen, jedoch erfolgreich verteidigt. Ziel der russischen Militärs ist es offenbar, durch einen Durchbruch im Donbass wichtige Versorgungslinien zu erobern.

Medienberichte spekulieren über die mögliche Ankunft von F-16-Kampfjets in der Ukraine. Zwar gibt es bisher keine offizielle Bestätigung aus Kiew, doch ukrainische Piloten wurden in den letzten Monaten an diesen Flugzeugen in den Niederlanden und Dänemark ausgebildet. Auch die US-Regierung äußerte sich nicht konkret zur Lieferung, hielt jedoch fest, dass die F-16 bis Ende des Sommers einsatzbereit sein sollten. Belgien und Norwegen haben ebenfalls F-16-Kampfjets zugesagt, sodass insgesamt knapp 60 Maschinen an die Ukraine geliefert werden sollen.