Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat in Saporischschja, nahe der Front, bei einem Treffen mit dem niederländischen Regierungschef Dick Schoof erneut die Lieferung von reichweitenstarken Waffen gefordert. Er betonte, dass nicht nur die Freigabe solcher Waffen für Angriffe auf Ziele im russischen Hinterland notwendig sei, sondern auch deren tatsächliche Lieferung. Zudem informierte sich Schoof in der Gebietshauptstadt, die nicht von russischen Truppen besetzt ist, über die Lage des ukrainischen Verteidigungskampfes und sicherte weitere Unterstützung zu.
Selenskyj hob hervor, dass es um Flugabwehrsysteme wie die neuen Patriot-Systeme, die Stärkung der Luftwaffe durch F-16-Kampfjets, zusätzliche Munition und Ausrüstung gehe. Ein weiteres wichtiges Thema seien zusätzliche Sanktionen gegen Russland. Dabei erwähnte er die Unterstützung durch die USA, Großbritannien, Frankreich und Deutschland, um zu verhindern, dass Russland neue Fronten eröffne.
Während seines Besuchs in Saporischschja betonte Selenskyj auch die Notwendigkeit von Wiederaufbauprojekten und erörterte die Möglichkeit, dass die Niederlande eine Schirmherrschaft über die Region übernehmen könnten. Diese Unterstützung könnte die Infrastruktur verbessern und dazu beitragen, dass mehr Menschen in die Stadt zurückkehren. Parallel dazu besichtigte er ein Wohngebäude, das nach einem Raketenschlag im Oktober 2022 wiederaufgebaut worden war, und zeigte sich optimistisch, dass alle zerstörten Städte und Gemeinden wiederbelebt werden können.
Der Chef der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA), Rafael Grossi, plant, das russisch besetzte Atomkraftwerk in Saporischschja zu besuchen, um die Sicherheit zu überprüfen. Grossi betonte, dass die Lage in diesem Gebiet ernst sei, da es keine Schutzhülle um die Reaktoren in Kurtschatow gibt, die sie anfällig für Drohnenangriffe und Artilleriebeschuss mache. Er hob die Bedeutung der ständigen Präsenz von IAEA-Experten hervor, um die Lage zu überwachen und potenzielle Kampfhandlungen zu verhindern, die zu einem Atomunfall führen könnten.
Gleichzeitig sorgt ein brisanter Besuch des russischen Präsidenten Wladimir Putin in der Mongolei für internationale Spannungen. Putin besucht zum ersten Mal seit Kriegsbeginn ein Land, das den Internationalen Strafgerichtshof anerkennt, der einen Haftbefehl gegen ihn erlassen hat. Die Ukraine fordert Putins Festnahme und wirft der Mongolei vor, ihm zu helfen, seiner gerechten Strafe zu entgehen.
Diese Entwicklungen zeigen die anhaltende Dramatik und die komplexen geopolitischen Herausforderungen im Russland-Ukraine-Konflikt, während sowohl Kiew als auch Moskau ihre Positionen festigen und Unterstützung suchen.