Ein Ex-Mitarbeiter eines Gefängnisses in Mississippi wurde beschuldigt, einem Häftling bei dessen spektakulärer Flucht geholfen zu haben. Der Häftling konnte zunächst untertauchen, wurde aber schließlich in einem Restaurant in Chicago, nur wenige Kilometer entfernt von der Democratic National Convention, gefasst.
Ronnie Hunt, ehemaliger Mitarbeiter des DeSoto County Sheriff's Office, sieht sich ernsthaften Anklagen gegenüber. Bailey Martin, Sprecher des Mississippi Department of Public Safety, erklärte, dass Hunt wegen „Gefangenenflucht und Übermittlung von Artikeln zur Unterstützung der Flucht“ angeklagt wurde. Weitere Anklagen könnten folgen.
Wie genau Hunt den Häftling Joshua Zimmerman bei dessen Flucht unterstützte, ist bislang unklar. Zimmerman war bereits am 14. Juni aus einem Gerichtssaal in Hernando, Mississippi, entkommen, ohne Handschellen oder Fesseln.
Zimmerman verbrachte fast 70 Tage auf der Flucht, bevor er in einem Fischrestaurant in Chicago aufgegriffen wurde. Beim Versuch der Festnahme verbarrikadierte er sich in einer Decke des Restaurants, was zu einem 14-stündigen Patt führte. US-Marshals brachten ihn schließlich ohne Zwischenfälle in Gewahrsam.
Vor seiner Festnahme war Zimmerman wegen eines Mordes in Texas, der Flucht in Mississippi und weiteren Vergehen in Connecticut gesucht worden. Das DeSoto County Courthouse liegt etwa 32 Kilometer südlich von Memphis und rund 800 Kilometer von Chicago entfernt.
Sheriff Thomas E. Tuggle II aus DeSoto County dementiert jegliche Behauptungen, dass Zimmerman Hilfe oder zusätzliche Kleidung hatte. „Dieser Mann ist ein erfahrener Krimineller. Er wusste, was er tat,“ sagte Tuggle nach der Flucht Zimmermans gegenüber WREG-TV.
Anfragen an das DeSoto County Sheriff's Office blieben bislang unbeantwortet.