10. Juli, 2026

Politik

Scholz: Bundeswehr-Etat wächst langfristig für zukunftsorientierte Ausrichtung

Scholz: Bundeswehr-Etat wächst langfristig für zukunftsorientierte Ausrichtung

Bundeskanzler Olaf Scholz von der SPD hat bei einem Truppenbesuch auf der Reiteralpe in Bad Reichenhall die budgetäre Planung der Bundeswehr für die kommenden Jahre gegen jegliche Kritik verteidigt. Scholz betonte, dass sich die Verteidigungsausgaben seit 2017 nahezu verdoppelt hätten und nun 75 Milliarden Euro inklusive Sondervermögen erreichen. Damit reagierte er auf Stimmen, die trotz eines Haushaltskompromisses der Ampel-Koalition eine nur geringe Erhöhung des Wehretats bemängelten.

Die Gebirgsjägerbrigade, eine der hervorragendsten und am spezifischsten ausgebildeten Einheiten der Bundeswehr, war dabei Schauplatz des Besuchs. Diese Einheit ist seit Jahrzehnten in deutschen Auslandseinsätzen aktiv und demonstrierte dem Kanzler bei widrigen Wetterbedingungen, wie sie sich für Gebirgseinsätze wappnet.

Scholz wies darauf hin, dass der Verteidigungshaushalt im Jahr 2028 auf 80 Milliarden Euro anwachsen wird. Dies sei notwendig, da ab diesem Zeitpunkt das Sondervermögen nicht mehr zur Verfügung stehen wird. Der Kanzler hob die Bedeutung einer langfristigen Planungs- und Bestellperspektive hervor. Diese ermögliche eine strategisch fundierte Ausrichtung der Bundeswehr, welche nun in der Lage sei, wesentlich nachhaltigere Vereinbarungen und Beschaffungen zu tätigen. Dies sei nicht nur vorteilhaft für diejenigen, die die Ausrüstung der Bundeswehr verantworten, sondern auch für die Truppen selbst.

Auf der 1700 Meter hoch gelegenen Reiteralpe, dem einzigen Hochgebirgsübungsplatz der Bundeswehr, verschaffte sich Scholz einen detaillierten Eindruck von den Trainingsmethoden der Soldaten. Unter anfangs widrig, später besseren Wetterbedingungen wurde demonstriert, wie sich die Gebirgsjäger im Gelände verteidigen und kämpfen können. Es war der dritte Truppenbesuch des Bundeskanzlers in diesem Jahr.