04. Juli, 2026

Politik

Sachsen: Nach der Wahl zeichnen sich spannende Koalitionsverhandlungen ab

Sachsen: Nach der Wahl zeichnen sich spannende Koalitionsverhandlungen ab

Nach den jüngsten Landtagswahlen in Sachsen steht Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) vor der möglicherweise kniffeligen Aufgabe, eine stabile Regierungskoalition zu formen. Kretschmer schließt eine Zusammenarbeit mit der SPD und dem Bündnis Sahra Wagenknecht (BSW) nicht aus. Im Gespräch mit dem Deutschlandfunk erklärte er, dass eine solche Konstellation zwar schwierig und zeitintensiv, aber durchaus machbar sei.

Die CDU hat sich mit 31,9 Prozent der Stimmen als stärkste Kraft behauptet, dicht gefolgt von der AfD, die auf 30,6 Prozent kam. Das neu gegründete BSW erzielte beeindruckende 11,8 Prozent, während die SPD auf vergleichsweise bescheidene 7,3 Prozent fiel.

Kretschmer betonte seine Absicht, Sachsen eine stabile Regierung zu geben, und hob hervor, dass der Weg dahin womöglich monate- und wochenlange Verhandlungen mit sich bringen könnte. Besonders wichtig sei es nun, zunächst "durchzuatmen" und die vorläufigen Erfolge zu genießen.

Trotz der anstehenden Herausforderungen zeigte sich der CDU-Politiker optimistisch. Wenn der Zeitpunkt für Koalitionsgespräche gekommen sei, werde die CDU ihren "Wertekompass" auf den Tisch legen und parteiübergreifend über Inhalte sprechen. Parteiideologien sollten dabei in den Hintergrund treten. In Bezug auf das BSW betonte Kretschmer: "Wir koalieren nicht mit Frau Wagenknecht, sondern mit Menschen, die in den Sächsischen Landtag gewählt worden sind."

Für den Umgang mit der AfD fand Kretschmer klare Worte. Er riet dazu, den Begriff der "Brandmauer" zu vermeiden, da dies der AfD die Möglichkeit gebe, sich als Märtyrer darzustellen. Er erklärte, dass die AfD eine Oppositionspartei wie jede andere sei und entsprechend mit allen Rechten und Pflichten zu behandeln sei.