04. Juli, 2026

Politik

Sachsen: CDU gewinnt Landtagswahl knapp vor AfD, Regierungsbildung ungewiss

Sachsen: CDU gewinnt Landtagswahl knapp vor AfD, Regierungsbildung ungewiss

Die CDU hat die Landtagswahl in Sachsen hauchdünn vor der AfD gewonnen. Trotz einer erheblichen Zugewinne der AfD im Vergleich zur Wahl von 2019 reichte es nicht, die leicht verlierende Union zu überholen. Die CDU erzielte 31,9 Prozent der Stimmen (2019: 32,1 Prozent), die AfD 30,6 Prozent (27,5).

Die Wahlbeteiligung lag mit 74,4 Prozent so hoch wie nie zuvor bei einer Landtagswahl im Freistaat. Die Regierungsbildung gestaltet sich jedoch kompliziert, da alle anderen Parteien eine Zusammenarbeit mit der AfD kategorisch ausschließen. Ministerpräsident Kretschmer betonte auf der CDU-Wahlparty, dass es viele Gespräche und den Willen, dem Land zu dienen, benötigen werde, um eine stabile Regierung zu formen.

Auf dem dritten Platz landete das Bündnis Sahra Wagenknecht (BSW), das aus dem Stand 11,8 Prozent der Stimmen erreichte. Die SPD folgte mit 7,3 Prozent (7,7), während die Grünen knapp mit 5,1 Prozent (8,6) ins Parlament einzogen. Die Linke fiel mit 4,5 Prozent (10,4) unter die Fünf-Prozent-Hürde, konnte aber aufgrund von zwei Direktmandaten in Leipzig trotzdem Mandate sichern.

Die CDU könnte neben der SPD nun auch auf das BSW angewiesen sein, um eine regierungsfähige Mehrheit zu bilden. Dies könnte allerdings intern für Unruhe sorgen, da einige CDU-Mitglieder skeptisch gegenüber einer Koalition mit der ehemaligen Linken-Ikone Sahra Wagenknecht sind.

Alice Weidel, Bundesvorsitzende der AfD, bezeichnete das Ergebnis als historischen Erfolg und kritisierte die Ausgrenzung ihrer Partei durch die CDU. Die Spitzenkandidatin des BSW, Sabine Zimmermann, zeigte sich indes zufrieden mit dem zweistelligen Ergebnis und betonte, dass ihre Partei keine Zusammenarbeit mit der AfD anstrebe, sondern auf die CDU blicke.

Die SPD-Spitzenkandidatin Petra Köpping äußerte ebenfalls Erleichterung über das Abschneiden ihrer Partei und hoffte auf eine stabile Koalition. Der grüne Parteichef Omid Nouripour sah trotz der Verluste zunächst Chancen auf eine weitere Regierungsbeteiligung seiner Partei in Sachsen.

Der Wahlkampf war von hitzigen Debatten über den russischen Angriffskrieg auf die Ukraine und die Asyl- und Migrationspolitik geprägt. Wagenknecht machte deutlich, dass eine Beteiligung des BSW an der Regierung eine klare Position gegen die Stationierung von US-Raketen in Deutschland erfordere. Die innerpolitischen Spannungen wurden durch den Anschlag von Solingen weiter verschärft.