Mit einer eindrucksvollen Demonstration der Geschlossenheit haben sich Nikki Haley und Ron DeSantis, einstige politische Gegner Donald Trumps, auf dem Parteitag der Republikaner hinter den Präsidentschaftskandidaten gestellt. Haley sicherte Trump in ihrer Rede entschlossen ihre Unterstützung zu, was das Publikum mit einer Mischung aus Jubel und Buhrufen quittierte. Der demonstrative Rückenwind von zwei seiner größten Rivalen signalisiert eine neue Ära der Einheit innerhalb der Partei.
Trump selbst erlebte die Reden seiner früheren Konkurrenz augenscheinlich gut gelaunt und erholt nach einem Attentat am Wochenende, das ihn leicht verletzte. Die Szene war geprägt von einem proklamatorischen Trump, der mehrfach die Faust in die Höhe reckte und seine Anhänger begeisterte. Der Auftritt Haleys und DeSantis' verdeutlicht die erneute Geschlossenheit der Partei, die zuletzt von internen Auseinandersetzungen erschüttert wurde.
Haley, die während der internen Vorwahlen heftige Kritik an Trumps Eignung zum Präsidenten geäußert hatte, betonte in ihrer Rede die Notwendigkeit einer vereinten Partei, um das Land voranzubringen. Obwohl sie zunächst gezögert hatte, Trump vollumfänglich zu unterstützen, gab sie nun klare Rückendeckung. Ihre Rede enthielt auch Lob für Trumps außenpolitische Maßnahmen, insbesondere den Umgang mit Kremlchef Wladimir Putin.
Auch DeSantis, der frühzeitig aus dem Rennen um die Präsidentschaftskandidatur ausgeschieden war, überraschte mit seiner vollmundigen Unterstützung Trumps. Unter großem Jubel appellierte er an die Versammlung, Joe Biden abzulösen und Trump wieder ins Weiße Haus zu schicken. Der Parteitag verdeutlichte somit die dominierende Rolle Trumps innerhalb der Republikanischen Partei, die einstigen Rivalitäten scheinen vorerst beigelegt.
Trump wurde am Montag offiziell als Präsidentschaftskandidat seiner Partei nominiert. An seiner Seite als Vizepräsidentschaftskandidat geht der Senator und Bestseller-Autor J.D. Vance ins Rennen, dessen Auftritt ebenfalls große Begeisterung auslöste. Die Zeichen stehen auf Sieg, doch die politische Landschaft bleibt angespannt.
Währenddessen gerät die Parteiführung der Demokraten unter Druck. Angesichts zunehmender Kritik an Joe Bidens Alter und Fitness kursieren Pläne, den 81-jährigen Präsidenten auf virtuellen Wegen zu nominieren, was innerhalb der Partei zu Verwerfungen führt. Zahlreiche Demokraten im Kongress fordern Bidens Rückzug aus dem Rennen. Die Konfrontation zwischen den politischen Lagern erreicht damit eine neue Brisanz, deren Auswirkungen sich erst in den kommenden Monaten vollends entfalten werden.