Thüringens CDU-Vorsitzender Mario Voigt ist weiterhin unentschlossen, ob eine von ihm angeführte Regierung möglicherweise von der Linken toleriert werden könnte. Im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur betonte Voigt zunächst die Notwendigkeit, einen stabilen politischen Kurs für Thüringen zu finden und die Mehrheitsverhältnisse im Landtag so zu gestalten, dass dringende Themen effektiv angegangen werden können.
Voigt äußerte, dass er das Unterstützungsangebot des bisherigen Ministerpräsidenten und Linken-Frontmanns Bodo Ramelow zur Kenntnis genommen habe. Allerdings wolle er das endgültige Wahlergebnis abwarten. Kurz vor Abschluss der Auszählung deutet es darauf hin, dass eine Koalition aus CDU, Bürger für Thüringen (BSW) und SPD keine Mehrheit im Landtag erreichen könnte. Diese Koalition könnte jedoch als Minderheitsregierung fungieren und sich von der Linken tolerieren lassen.
In einem Interview mit dem ZDF betonte Voigt die schwierige politische Lage, erkannte jedoch auch Chancen für Gespräche. Er unterstrich seine bisherige Haltung, keine Koalition mit der AfD einzugehen, eine Position, die er auch nach der Wahl aufrechterhalten werde.
Voigt erklärte der dpa weiter, dass er zunächst auf Georg Maier und die SPD zugehen werde, um anschließend alle weiteren Gespräche angemessen zu führen. Zudem werde er sich auch mit dem Bündnis Sahra Wagenknecht auseinandersetzen und strebe ein konkretes Gespräch mit der Thüringer Spitzenkandidatin Katja Wolf an. Parteigründerin Sahra Wagenknecht hatte bereits vor der Wahl angekündigt, ebenfalls an den Verhandlungen teilnehmen zu wollen.